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Halle der Hermann-Schuchard-Schule

Eines Tages wird der Mensch den Lärm so unerbittlich bekämpfen müssen wie die Cholera und die Pest.
(Robert Koch, 1843–1910)

Liebe Freunde Hephatas,
können Sie sich 140 Schüler auf einem Raum von knapp 200 qm in ihrer großen Pause vorstellen? Da geht es nicht immer „ruhig und gesittet“ zu, im Gegenteil: Die Schüler wollen und sollen sich schließlich einmal richtig austoben. Aber wer hier dazu kommt, muss sich erst einmal die Ohren zuhalten.

Denn die Halle der Hermann-Schuchard-Schule ist zwar sehr einladend und ansprechend – aber dennoch von der Akustik her sehr ungünstig ausgelegt. In jeder „Regenpause“ entsteht hier ein unglaublich hoher Geräuschpegel.

Barbara Berg Auffallend oft sind Lehrerinnen und Lehrer von Tinnitus betroffen. Fortbildungsveranstaltungen informieren über Möglichkeiten, sich davor zu schützen. Barbara Berg hat sich auf eigene Kosten einen individuellen Hörschutz mit speziellen Membranen besorgt, die die Geräuschspitzen absorbieren.

Lehrerinnen und Lehrer der Hermann- Schuchard-Schule ertragen den Lärm – geduldig. Aber auf Dauer gesehen ist dies nicht gut für die Gesundheit von Schülern und Lehrern. Ein Teil des Lärms entsteht allmählich und schaukelt sich auf, wenn viele Menschen im Raum ihre Stimme einsetzen: Um sich verständlich zu machen, redet jeder immer lauter, bis alle leiden. Und zu viel Nachhall oder zu viel Lärm von außen behindert und schafft neue Barrieren für alle.

Dies zeigt ein Gutachten sehr deutlich, das von einem Sachverständigen für Schallschutz erarbeitet wurde. Demnach ist die Halligkeit in der Pausenhalle eindeutig zu hoch. Die Gründe hierfür liegen in der Bauweise: Die geschlossene Holzdecke und die Bodenfliesen reflektieren den Schall und schlucken ihn nicht.

Wie entsteht Lärm in einer Pausenhalle?
Geht man dieser Frage auf den Grund, stößt man auf den so genannten Lombard-Effekt, der das Phänomen erklärt, dass in lauten Umgebungen automatisch mehr Unruhe und Lärm erzeugt wird als in ruhigeren Umgebungen. Dies ist besonders in halligen Räumen der Fall, in denen durch den Hall die Sprachverständlichkeit von vorneherein verringert ist.

Die Zahlen des Gutachtens für die enorme Halligkeit in der Pausenhalle der Hermann-Schuchard-Schule belegen den sehr hohen Geräuschepegel:
Oktav-Mittenfrequenz in Hz 125 250 500 1000 2000 4000
gegenwärtige Nachhallzeiten in Sekunden 2,14 2,42 2,36 2,47 2,25 1,62
empfohlene Nachhallzeiten in Sekunden 0,81 0,81 0,91 1,02 0,91 0,82

Durch geeignete Dämm-Maßnahmen kann jedoch der gesamte Nachhall-Effekt wirksam reduziert werden. Nach einer Studie des Instituts für Interdisziplinäre Schulforschung der Universität Bremen aus dem Jahr 2001 ist Lärm einer der wesentlichsten Belastungsfaktoren im Lehrerberuf. Mehr als 80 Prozent von über 1000 befragten Lehrkräften gaben an, sie fühlten sich durch den Lärm in der Schule belastet. Befragungen von Erzieherinnen und Erziehern zeigen ein ähnliches Bild.

Schulküche Als weitere „Lärmquelle“ wird von Schülern und Lehrern auch die kleine Schulküche
empfunden, wenn bei der Essensausgabe die Abzugshaube in Betrieb ist, gleichzeitig
der Geschirrspüler läuft, Stühle gerückt werden und man sich noch unterhält.

Messungen dokumentieren die Berechtigung dieser Klagen. Oft werden hier Lärmpegel erreicht, bei denen an industriellen Arbeitsplätzen Gehörschutz bereitzustellen ist. In Klassenräumen liegen die Geräuschpegel zwar in der Regel unterhalb des gehörschädigenden Bereichs, aber immer noch weit über den Werten, die für Kommunikation und geistiges Arbeiten geeignet sind. Typische „Lärmbereiche“ in Schulen sind darüber hinaus die Flure, Pausenhallen, Turnhallen und Werkräume.

Regulierung der Nachhallzeit ist die wichtigste Maßnahme

Das Grundlagenpapier „Schule & Gesundheit Hessen 2002–2011“, das allen Schulen vorliegt, bildet hierfür die konzeptionelle Grundlage.

Vor diesem Hintergrund haben alle Schulen in Hessen die gesetzliche Verpflichtung, bis zum Schuljahr 2010/2011 Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention im Schulkonzept sichtbar zu integrieren und im Schulprogramm zu verankern.

Flur in der Hermann-Schuchard-Schule Die Lärmampel oben im Bild veranschaulicht optimal den jeweiligen Geräuschpegel. Sie springt von Gelb auf Rot, wenn die Schüler zu laut sind: Der Lärm wird für sie dadurch sichtbar, ein Signalton kann zusätzlich eingeschaltet werden.

Hierbei sollen Aktivitäten Priorität haben, die die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern sowie von Lehrerinnen und Lehrern gezielt, wirkungsvoll und nachhaltig fördern.

Zentrales Ziel aller an Schule Beteiligten ist die Verbesserung der Bildungsqualität durch eine gesteigerte Gesundheitsqualität. Kernaufgabe der Schule zur Erreichung dieses Zieles ist die Gestaltung gesundheitsfördernder Arbeitsplätze, Lern- und Lebensräume, die vor allem von einem guten Schulklima und einer gesundheitsförderlichen Schulorganisation im Kontext der eigenen Schulentwicklung getragen werden.
Claus Schmidt

Bitte helfen Sie mit, die Maßnahmen zu finanzieren, um die Raumakustik in der Halle, in den Fluren und auch in den Klassenräumen zu verbessern.
In mehreren Bauabschnitten müssen schallabsorbierende Flächen eingerichtet und eingebaut werden, zum Beispiel Paneele an den Wänden oder gelochte Gipskartonplatten an den Decken. Hierfür benötigen wir rund 90.000 Euro.