GB Behindertenhilfe
 
 
 
 
 
 
 
 

Hephata-Sportler bei Special Olympics in Kiel

Franziska Höres und Melanie Well, Sportlerinnen der Hephata-Behindertenhilfe (von links), liefen noch vorige Woche mit ihren Trainern auf dem Damm, um sich für die Special Olympics Nationale Spiele in Kiel vorzubereiten.

Seit dem 14. Mai laufen die ersten Wettbewerbe der Special Olympics Nationale Spiele in Kiel. Mit dabei ist auch ein Team der Hephata Diakonie.

Noch bis zum 18. Mai messen sich beim größten deutschen Sportereignis in diesem Jahr 4.600 Sportlerinnen und Sportler mit geistigen und mehrfachen Behinderungen sowie deren Unified-Partner in 19 Sportarten. „Ich will gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so will ich mutig mein Bestes geben!“, so lautet das Motto von Special Olympics – auch bei den Nationalen Spielen in Kiel. Ein Großereignis: In der Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein werden einschließlich Trainern, Betreuern, Helfern und Familienangehörigen 13.500 Gäste erwartet. Die Athletinnen und Athleten gehen in den Sportarten Badminton, Basketball, Beach-Volleyball, Boccia, Bowling, Fußball, Golf, Handball, Judo, Kanu, Kraftdreikampf, Leichtathletik, Radfahren, Reiten/Voltigieren, Rollerskating, Schwimmen, Segeln, Tennis und Tischtennis an den Start. Ebenfalls gibt es ein wettbewerbsfreies Angebot. In jeder Sportart gibt es verschiedene Leistungsklassen und Disziplinen, in der Unified-Disziplin beispielsweise bilden behinderte und nicht-behinderte Sportler ein Team.

Die acht Hephata-Sportlerinnen und Sportler treten in den Sportarten Leichtathletik (Laufen), Schwimmen und Tischtennis an. Sieben von ihnen sind Klienten der Hephata-Behindertenhilfe, ein Sportler ist ein so genannter Unified-Partner ohne Behinderung aus der Sozialen Rehabilitation. „Wir hatten viel mehr Sportler für Kiel gemeldet, aber einige sind wegen des großen Zulaufs nicht genannt worden“, bedauert Trainerin Patricia Odriozola. Sie ist die Sportkoordinatorin der Werkstätten der Hephata-Behindertenhilfe. Gemeinsam mit zwei aktuellen und einem ehemaligen Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres bei Hephata sowie einem weiteren Trainer betreut Odriozola die Sportlerinnen und Sportler Hephatas in Kiel: „Da warten ganz besondere Tage auf uns, die Special Olympics sind jedes Mal fantastisch, das wird ein einzigartiges Erlebnis."

Das Team

Das Hephata-Team besteht aus acht Sportlern und fünf Betreuern. Sieben der Sportler sind Beschäftigte der Hephata-Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. Ein Sportler ist ein Unified-Partner ohne Behinderung aus der Sozialen Rehabilitation Hephatas. Er unterstützt das Team im Tischtennis.

Die Hephata-Sportler gehen in drei Sportarten an den Start.

Schwimmen: Nicol Gieß, Andreas Heuser und Alexander Stephan.

Leichtathletik: Franziska Höres und Melanie Well.

Tischtennis: Yannik Krause, Peter Rauscher und Stefan Merle (Unified-Partner der Sozialen Rehabilitation).

Patricia Odriozola, Sport-Koordinatorin der Hephata-Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, ist auch die Delegationsleiterin des Hephata-Teams. Sie wird unterstützt mit ehrenamtlichen Engagement von Tischtennistrainer Stephan Pendzialek sowie von Carina Jäger, Absolventin des Freiwilligen Sozialen Jahres bei Hephata, Ruben Máthé, Absolvent des Freiwilligen Sozialen Jahres bei Hephata, und Anna Balogh, ehemalige Absolventin des Freiwilligen Sozialen Jahres bei Hephata.

Wir drücken unserem Team in Kiel ganz fest die Daumen!

Special Olympics ist die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung, die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell anerkannt ist. Special Olympics wurde 1968 in den USA durch Eunice Kennedy-Shriver, eine Schwester von John F. Kennedy, aus der Idee heraus gegründet, Menschen mit geistiger Behinderung – wie der gemeinsamen Schwester Rosemary – eine Teilhabe an Sportaktivitäten und -veranstaltungen zu ermöglichen. Heute ist Special Olympics mit mehr als fünf Millionen Athletinnen und Athleten in 170 Ländern vertreten. Jährlich werden abwechselnd Nationale Sommer- und Winterspiele veranstaltet.

Special Olympics Deutschland e.V. wurde am 3. Oktober 1991 gegründet und ist seit 2007 als Verband mit besonderen Aufgaben Mitglied des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB). Zu Special Olympics Deutschland gehören heute mehr als 40.000 Athletinnen und Athleten in allen Bundesländern, die in mehr als 1.100 Mitgliedsorganisationen regelmäßig trainieren. SOD entsendet regelmäßig mit Unterstützung des Bundesministeriums des Inneren Delegationen zu Special Olympics Welt- Sommer- und -Winterspielen und zu Europäischen Spielen. An den Weltwinterspielen 2017 in Österreich nahm eine 114-köpfige Deutsche Delegation teil. SOD bietet derzeit insgesamt 27 Einzel- und Mannschaftssportarten an (19 Sommer- und acht Wintersportarten).

Bei Special Olympics Wettbewerben ist die Teilnahme entscheidend. Jede Athletin und jeder Athlet hat bei den regionalen, nationalen und internationalen Wettbewerben durch die Einteilung in homogene Leistungsgruppen die Chance zu gewinnen, unabhängig vom Grad der geistigen oder mehrfachen Behinderung. Ein fester Bestandteil des Sportprogramms von Special Olympics Veranstaltungen ist das Wettbewerbsfreie Angebot (WBFA). Dieses richtet sich sowohl an Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung nicht an den regulären Wettbewerben teilnehmen können, als auch an Menschen ohne Behinderung.

Das Ziel von Special Olympics ist es, Menschen mit geistiger Behinderung durch den Sport zu mehr Anerkennung, Selbstbewusstsein und letztlich zu mehr Teilhabe an der Gesellschaft zu verhelfen. SOD versteht sich als Inklusionsbewegung.

15.05.2018 / red