Hephata - Gemeinde & Gemeinschaft
 
 
 
 
 
 
 
 

Engagement in der Flüchtlingshilfe

Portraitfoto Sonja Müller

Die Koordinationsstelle des „Forum-Asyl.Schwalmstadt“ ist seit Dezember 2018 mit der Ernährungs- und Gesundheitswissenschaftlerin Sonja Müller (32) neu besetzt.

Angesiedelt bei der Diakonischen Gemeinschaft Hephata und gefördert von der „Aktion Mensch“, war die Stelle nach einer ersten Förderphase von drei Jahren zum 30. Juni 2018 ausgelaufen. Im Herbst kam dann doch die gute Nachricht, dass die Arbeit weitergehen kann.

„Wir freuen uns sehr, dass die Koordinationsstelle wieder hauptamtlich besetzt werden konnte. Die Intensität und Menge der Netzwerkarbeit für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in der Flüchtlingsarbeit hätte sonst nicht die gleiche wie bislang sein können. Mit Sonja Müller haben wir eine sehr gute Koordinatorin gefunden“, sagt Diakon Björn Keding, Geschäftsführer der Diakonischen Gemeinschaft Hephata. Sonja Müller tritt damit die Nachfolge von Sozialmanagerin Clara Förster an, die die Koordinationsstelle aufgebaut hatte. „Netzwerkarbeit und Projektmanagement sind hier gefragt, das passt und hat mir immer schon viel Spaß gemacht“, so Müller.  

Die 32-Jährige ist nun Projektkoordinatorin Asyl für die Hephata Diakonie und Koordinatorin des „Forum-Asyl.Schwalmstadt“. Im „Forum-Asyl.Schwalmstadt“ kommen Menschen, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren wollen, und Menschen, die die Hilfe von Ehrenamtlichen benötigen, zusammen. Im Forum vertreten sind Einzelpersonen sowie der Arbeitskreis für Toleranz und Menschenwürde in Schwalmstadt, die Stadt Schwalmstadt, der  Schwalm-Eder-Kreis, die Flüchtlingsberatung des Diakonischen Werks im Schwalm-Eder-Kreis, der Kirchenkreis Ziegenhain und die Diakonische Gemeinschaft Hephata.

Erfahrung in der Arbeit mit Ehrenamtlichen

Sonja Müller bringt bereits Erfahrungen in der Vernetzung und Koordinierung von Ehrenamtlichen mit. Sie studierte zunächst Ökotrophologie in Bonn, dann im Masterstudium Public Health Nutrition an der Hochschule Fulda, nebenbei bildete sie sich als Trainerin und Moderatorin für teamdynamische Prozesse fort. Während der wissenschaftlichen Mitarbeit in einem Forschungsprojekt der Hochschule, kam sie mit dem Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes Fulda in Kontakt. „Ab März 2016 war ich als Stabsstellenleiterin Unternehmensentwicklung für die Entwicklung und den Ausbau von sozialen Projekten und Dienstleistungen des DRK-Kreisverbandes zuständig.“ Müller und ihr Team waren die Ansprechpartner für Ehrenamtliche, unter anderem für das Patenschaftsprojekt Leihgroßeltern, Fahrten für Senioren und auch ein Senioren-Café. Unter ihrer Regie entstanden ein Sozialkaufhaus und ein Haus- und Gartenservice sowie eine Kinderbetreuung für Flüchtlinge. „Die Stelle war von Anfang an befristet bis Juli 2018, seitdem war ich arbeitssuchend und wollte auf jeden Fall in der Gegend bleiben.“

Sonja Müller ist in Köln geboren, lebt aber schon länger mit ihrem Lebensgefährten und dessen Familie in Grebenau im Vogelsbergkreis, auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei, „mit Hund, Katze, 18 Hühnern und vielen Obstbäumen. Ich mag die Landschaft und die Menschen“. Müller engagiert sich für die Jugendarbeit der DLRG und auch politisch, sie kandidierte im Februar 2018 für den Bürgermeistersessel in Lautertal. „Das hat nicht geklappt, schade, aber dann habe ich die Ausschreibung für die Koordinationsstelle gelesen und war sofort begeistert. Hephata ist kein Börsenunternehmen, es geht immer um Menschen und Engagement, das finde ich sehr schön!“

Daran möchte sie auch die Nachhaltigkeit ihrer Stelle ausrichten. „In der Flüchtlingsarbeit ging es erst um Dinge wie Essen und Wohnung, jetzt geht es um Ausbildung und Beruf. Früher waren die Begleitung zu Ärzten und Fahrdienste wichtig, heute sind es eher Hausaufgabenhilfe und Schule, aber auch interkulturelle Freundschaft. Das Forum-Asyl.Schwalmstadt und seine Angebote müssen sich mit verändern.“ Zum Teil sei dies schon bei den ehrenamtlichen Patenschaften gelungen, die sich geöffnet hätten für alle Menschen, die Unterstützungsbedarf im Alltag haben, egal, ob mit Migrationshintergrund oder ohne.

Müller will zudem verstärkt Supervision und Qualifizierungsangebote für die Ehrenamtlichen des Forums installieren, mit ihnen aus Ideen neue Projekte entwickeln und vielleicht auch weitere Fördermöglichkeiten erschließen. „Ich will aber nicht nur koordinieren und entwickeln, ich will den Ehrenamtlichen auch Dank und Wertschätzung aussprechen und entgegenbringen, denn die haben sie verdient.“ (me)  

21.02.2019