Unsere neue Station wird der räumlichen und personellen Ausstattung gerecht, die Patient*innen mit Mehrfachbehinderungen und Epilepsien benötigen. Sie leiden häufiger unter schwereren Anfallserkrankungen als Menschen ohne Mehrfachbehinderungen, benötigen bei der Therapie und Pflege mehr Zeit und Raum.

Dies ist der Grund, warum ein ambulantes oder herkömmlich stationäres Setting diesen Patient*innen nicht gerecht wird. In der Regel ist ein Aufenthalt von zwei bis vier Wochen nötig, um eine Diagnose zu stellen oder zu festigen, medikamentöse Therapien einzuleiten oder umzustellen sowie auf eine eventuelle psychische Beteiligung einzugehen.

Oberarzt PD Dr. med. Dr. phil. Johannes Rösche, Leiter des Epilepsiezentrums an der Hephata-Klinik, wird die neue Station leiten. Sie wird 16 Betten umfassen. Die Einzel- und Doppelzimmer sind  jeweils mit TV, Wlan und eigener Nasszelle ausgestattet. Die Nasszellen verfügen über barrierefreie Sanitäranlagen. Das Stationsbad umfasst einen Dusch- und Badewannenlifter, eine höhenverstellbare Pflegebadewanne und eine Duschliege. Zudem ist dieser Raum auch mit einem höhenverstellbaren Patienten-WC und einem höhenverstellbaren Waschbecken ausgestattet. Hinzu kommen ein Therapiegarten und eine Therapieküche sowie Räume, in die sich die Patient*innen zurückziehen und entspannen können, beispielsweise ein Snoezelenraum.

Für unsere neue Station habe wir ein besonderes Farbkonzept erarbeitet, dem alle Gebäudeteile Rechnung tragen und das sich positiv auf das Wohlbefinden der Patient*innen auswirken soll. Für die Station besteht zudem ein eigenes Schutzkonzept, welches sich unter anderem in speziell gesicherten Elektrogeräten und Steckdosen zeigt.

 

„Menschen mit Mehrfachbehinderung und Epilepsien stehen mit ihren Bedürfnissen und Lebensumständen als wichtigstes Element des Konzeptes im Mittelpunkt.“

PD Dr. Dr. Johannes Rösche, Oberarzt Hephata-Klinik

Eine vertraute und persönliche Atmosphäre sind hier besonders wichtig, genauso wie Erfahrung, Beobachtung und enge Begleitung. Patient*innen mit Behinderungen können oftmals nicht selbst sagen, welche Symptome wann auftreten, sich verbessern oder verschlechtern. Neue Situationen und fremde Menschen lösen schneller Skepsis aus, machen Langzeituntersuchungen wie ein 24-Stunden-EEG oftmals aufwendiger oder eine MRT ohne Sedierung nur schwer möglich. 

Aus diesem Grund gibt es in unserer Station 1a ein Bezugspflege-Konzept: Alle Patient*innen haben für die Dauer des Aufenthalts eine feste Bezugsperson, die sie betreut und zu der sie Vertrauen aufbauen können. Angehörige und Betreuer*innen können in fußläufig erreichbaren Gästehäusern der Hephata Diakonie und in Ausnahmenfällen auch bei den Patient*innen in der Klinik übernachten. Dies ist auch im Hinblick darauf notwendig, dass alle Untersuchungen mit den Angehörigen und Betreuer*innen abgestimmt werden. Zudem besteht eine Kooperation mit Fachkräften der Hephata Diakonie für Leichte Sprache, Einfache Sprache und Unterstützte Kommunikation, damit wir alle unsere Patient*innen über anstehende Untersuchungen und Therapien informieren können.