Hephata - Organisation

Betriebsschule Nordhessen

Eine Alternative für Schulverweigerer in Stadt und Landkreis Kassel

Die gemeinnützige Berufs- und Jugendhilfe Bad Hersfeld GmbH wird von der Stiftung
Beiserhaus und dem Hessischen Diakoniezentrum Hephata e.V. getragen und bietet
seit knapp 20 Jahren Jugendlichen ab den Abgangsklassen verschiedene, bedarfsorientierte
Angebote. Diese beginnen bei den Berufseinstiegsbegleitern (BerEb) an allgemeinbildenden
Schulen, verfolgen eine eventuell sich anschließende Berufsvorbereitung (BvB) mit einer späteren Ausbildung in einem anerkannten Kammerberuf und enden mit dem Eintritt ins Arbeitsleben.

Für die nicht unerhebliche Anzahl von jungen schulpflichtigen Menschen, die den regelmäßigen Schulbesuch verweigern, hat die BJH mit der Dietrich-Bonhoeffer-Schule und der Stiftung Beiserhaus das Angebot ‚Betriebsschule Nordhessen‘ entwickelt, damit dieser Personenkreis durch eine alternative Schulkonzeption wieder erreicht wird. Das Angebot verbindet schulisches Lernen mit berufsorientierter
praktischer Tätigkeit, denn „Spaß am Tun macht neugierig und fördert den Spaß am Lernen!“

Ziele

Mit unserem Angebot „Betriebsschule: eine Alternative für Schulverweigerer“ bieten wir der Zielgruppe von Schulverweigerern einen Weg an, der es ihnen ermöglicht, jenseits des Regelsystems einen  Schulabschluss zu erreichen und parallel dazu eine Berufsorientierung zu erlangen. Dabei werden individuelle Lernwege beschritten. Wir fördern persönliche, emotionale, kulturelle und kognitive Reifeprozesse.

Ablauf

Schulverweigerer sind nicht per se Leistungsverweigerer. Die BJH bietet ihnen ein neues Betätigungsfeld. Sie können die Erfahrung machen, dass berufspraktische Tätigkeiten Lust auf Lernen machen. In unserem Konzept sind drei Bereiche ausschlaggebend:

  • Manuelles Erschaffen von Gebrauchswerten
  • Verbindung von manuellem Tun und schulischen Wissen
  • Sozialpädagogische Begleitung und spezielle Events


Ein individuell ausgerichtetes Stufenmodell bietet jedem Teilnehmer optimale Förderung. Es kann nicht erwartet werden, dass alle Teilnehmer zeitgleich die vorgegebenen Phasen durchlaufen. Aus diesem Grund werden regelmäßige Förderplanungen durchgeführt, die Entscheidungsgrundlage für weiterführende Förderung sind.

  • Phase 1: Einstieg
  • Phase 2: unterschiedliche Berufsfelder erproben, manuelle Tätigkeiten und Unterricht
  • Phase 3: Praktikum in überbetrieblichen Fachwerkstätten und Unterricht
  • Phase 4: Praktikum im Betrieb und Unterricht
  • Phase 5: Schulabschluss
  • Phase 6: Vermittlung in Folgemaßnahme, Ausbildung oder Arbeit (optional)


Während der gesamten Maßnahme „Betriebsschule: eine Alternative für Schulverweigerer“ wird schulischer Unterricht von Lehrkräften der Dietrich-Bonhoeffer-Schule erteilt. Dieser ist ausgerichtet
auf die Möglichkeit, bei Reintegration in die Regelschule, den konventionellen oder, bei Verbleib in der Maßnahme, den externen Hauptschulabschluss zu erreichen.

Berufsfelder erproben und Unterricht

Die BJH sieht sich dem Grundsatz verpflichtet, dass alle Tätigkeit zum Ziel haben muss, Gebrauchswerte
zu erschaffen. Erst das gibt der Arbeit Sinn und stellt einen Wert dar. Wir bieten folgende Berufsfelder an:

  • Holz
  • Farbe
  • Metall
  • Elektrotechnik
  • Küche/Hauswirtschaft
  • Büro

Die Unterweisungen in dieser Phase werden von erfahrenen Ausbildern durchgeführt. Das entsprechende Fachpersonal wird vom Hess. Diakoniezentrum Hephata,der Stiftung Beiserhaus und der BJH gGmbH gestellt. Die Unterrichtseinheiten werden in den Arbeitstag eingebunden.

Praktikum in überbetrieblichen Fachwerkstätten und Unterricht

Nach der Erprobungsphase haben sich Präferenzen, erkannte Talente und zu erprobende Neigungen ausgeprägt. Um die neu erworbenen Qualifikationen in der Realität zu testen, folgt ein Schritt in ein System, das zwar immer noch einen beschützenden Rahmen bietet, aber auch einen hohen Realitätsbezug zur realen Arbeitswelt darstellt. Es werden erste Praktika in den Ausbildungswerkstätten der Stiftung Beiserhaus absolviert.

Betriebspraktikum und Unterricht

Jugendliche, die sekundäre Arbeitstugenden im Wesentlichen erlernt haben, können ein Praktikum in einem Betrieb absolvieren. Wir helfen bei der Auswahl, der Bewerbung, der Vorstellung und begleiten die reale Erprobung. Auch während des betrieblichen Praktikums ist die Teilnahme am Unterricht oligatorisch.

Schulabschluss

Die Dietrich-Bonhoeffer-Schule stellt auf der Basis der unterrichtlichen Leistungen nach der erfolgten Projektprüfung und der Teilnahme an der zentralen Abschlussprüfung des Landes Hessen ein Hauptschulabschlusszeugnis aus. Hierbei werden auch die praktischen Leistungen gewürdigt.