Herzberghaus

Günther M. (Name von der Redaktion geändert) zeigt seinen Besuchern eine der Wohngruppen im Herzberghaus

Hephata - Pressemitteilung

"Ich möchte hier nicht mehr weg"

Suchtkranken Menschen ein Leben in zufriedener Abstinenz zu ermöglichen – das ist das Ziel des Herzberghauses in Breitenbach am Herzberg.

Die Einrichtung der Hephata Diakonie ist das Zuhause von derzeit 34 Menschen. Einer der Bewohner hat der Landesdirektorin des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV), Susanne Selbert, einen Einblick in seine Wohngruppe gegeben.

„Seit dem Jahr 2003 bin ich zum dritten Mal hier im Herzberghaus“, sagt Günther M. (Name von der Redaktion geändert). Seitdem habe er immer wieder versucht, mehr auf eigenen Beinen zu stehen, in einer eigenen Wohnung zu leben. „Zuletzt war ich im Betreuten Wohnen, aber auch dort habe ich zur Flasche gegriffen“, berichtet M. und räumt ein, dass ihn mehr als ein Dutzend Rückfälle immer wieder zur Entgiftung ins Krankenhaus geführt haben. Im Herzberghaus erhält er die für ihn angemessene Unterstützung und Begleitung, die ihm dabei hilft, in Abstinenz zu leben. „Ich möchte hier nicht mehr weg“, sagt M. und zeigt seinen Besuchern gerne die gemeinsame Küche seiner Wohngruppe und sein privates Zimmer.

„Wir leben hier zusammen und wir verbringen auch einen großen Teil unserer Freizeit gemeinsam“, berichtet M. über das Leben im Herzberghaus. Stolz ist er darauf, dass er trotz seiner Suchterkrankung seinen Führerschein nicht verloren hat. „Dadurch kann ich für die Mitbewohner aus dem Haus beispielsweise sonntags auch mal einen Ausflug oder werktags kleine Fahrten anbieten“, berichtet M..

Das Herzberghaus ist eine von insgesamt drei Einrichtungen, die die Hephata Diakonie in der Gemeinde Breitenbach am Herzberg betreibt. Im Haus im Burggarten leben ebenfalls Menschen mit Sucht- und oder psychischen Erkrankungen. Bei den Bewohnern dort kommt allerdings hinzu, dass sie zudem einen Pflegebedarf haben. Die Schreinerei am Herzberg ist eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM). Dort ermöglicht Hephata Menschen mit Sucht- und oder psychischen Erkrankungen die Teilhabe am Arbeitsleben. Auch diese beiden Einrichtungen besichtigte Landesdirektorin Susanne Selbert, jeweils in Begleitung ihres zuständigen Regionalmanagers und persönlichen Referenten Frank Nikutta.

Alle drei Einrichtungen gehören innerhalb Hephatas zum Bereich Soziale Rehabilitation. Geschäftsbereichsleiter Kurt Dörrbeck, der demnächst in den Ruhestand geht, und sein Nachfolger Michael Tietze erläuterten Selbert bei dieser Gelegenheit unter anderem auch das Konzept der Sozialen Landwirtschaft, die mit ihren insgesamt sechs Bio-Betrieben im Schwalm-Eder-Kreis, im Vogelsbergkreis und im Landkreis Hersfeld-Rotenburg eine regionale Wertschöpfungskette abbildet und Menschen mit Behinderung nicht nur Arbeit, sondern Sinn gibt. „Denn in unseren Betrieben entstehen hochwertige Produkte, auf die unsere Klienten zurecht Stolz sind“, betonte Tietze. Das gilt allemal auch für die Schreinerei am Herzberg, die unter anderem mit ihren hochwertigen Gartenmöbeln Produkte fertigt, die sich bei den Kunden großer Beliebtheit erfreuen.

Die Besichtigung der Hephata-Einrichtungen in Breitenbach war eine von insgesamt drei Stationen beim Besuch der Landesdirektorin Selbert in der Hephata Diakonie. Auf dem Stammgelände des diakonischen Unternehmens in Treysa hatte sie sich gemeinsam mit den Hephata-Vorständen Maik Dietrich-Gibhhardt und Judith Hoffmann vorher den Campus von Hephata-Akademie und Evangelischer Hochschule Darmstadt angeschaut. Danach stand die Metallwerkstatt in Ziegenhain im Fokus, wo rund 130 Menschen mit Behinderung Teilhabe am Arbeitsleben und berufliche Qualifizierung erfahren. Selberts Fazit: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie die unterschiedlichen Bereiche zum Wohle der Klientinnen und Klienten ineinander greifen.“ Entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten können sich Menschen in der Hephata Diakonie entwickeln und entfalten. „Die Werkstätten in Ziegenhain und in Breitenbach leisten ebenso wie die Wohnangebote wichtige Beiträge zur gesellschaftlichen und beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.“

Stichwort:
Landeswohlfahrtsverband

Der Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen wird als landesweiter Kommunalverband getragen von den Landkreisen und kreisfreien Städten. In ihrem Auftrag finanziert er soziale Leistungen für behinderte, psychisch kranke sowie sozial benachteiligte Menschen und unterstützt diese in

ihrem Alltag und im Beruf. Eine wachsende Zahl von behinderten Menschen - in 2019 sind es rund 59.100 - haben in Hessen Anspruch auf Unterstützung bei der Alltagsbewältigung. Nach dem Gesetz ist es Aufgabe des LWV, diese Unterstützung zu finanzieren. Dazu gehört zum Beispiel die Eingliederungshilfe, wie die Hephata Diakonie sie unter anderem an den von Landesdirektorin Selbert jetzt besuchten Standorten leistet.

Bildunterschrift: Günther M. (Name von der Redaktion geändert) zeigt seinen Besuchern eine der Wohngruppen im Herzberghaus. Unser Foto zeigt (von links): Hephata-Direktor Maik Dietrich-Gibhardt, Einrichtungsleiterin Astrid Höpner, Hephata-Direktorin Judith Hoffmann, LWV-Landesdirektorin Susanne Selbert und deren Regionalmanager und persönlichen Referenten Frank Nikutta.

 

09.07.2019