Fahrrad-Workshop

Das Lenkkopflager des Fahrrades ist ausgeschlagen. Axel Horn (rechts) erklärt Tim Walther (von links) und Hans Scharlau, wie das Rad repariert werden kann.

Hephata - Pressemitteilung

Keine Angst vor platten Reifen

Ein Workshop aus dem Programm "Kulturgut Richerode" vermittelt Tipps und Tricks zur Fahrradreparatur.

Die Sonne scheint, das Wetter lädt zu einer Fahrradtour ein – doch was tun, wenn das Fahrrad plötzlich kleine Macken hat? Für die Teilnehmer des Workshops „Fahrrad reparieren leicht gemacht“ ist das jetzt kein Problem mehr: Sie haben viele wertvolle Tipps gegen platte Reifen, streikende Bremsbeläge und ausgeschlagene Lager bekommen.

„Wer kennt das nicht? Man möchte mit dem Fahrrad losfahren und dann ist der Reifen platt. Ich zeige Ihnen heute ein paar einfache Tricks, mit denen Sie ihre Räder ganz schnell wieder flott bekommen“, erklärt Arbeitsgruppenleiter Axel Horn, der den Fahrrad-Workshop auf dem Zechenhof in Nassenerfurth leitet. Unter den Teilnehmern sind auch Hans Scharlau, Bernhard Fuchs und Tim Walther, alle Klienten der Sozialen Rehabilitation der Hephata Diakonie. Bevor sie selbst Hand anlegen und ins Einmaleins der Fahrradreparatur einsteigen, steht etwas Theorie auf dem Programm.

„Welche Voraussetzungen muss ein Fahrrad erfüllen, um als verkehrssicher zu gelten? Und was muss ich kontrollieren, bevor ich losfahren kann?“ Diese und andere Fragen klärt Horn mit der Runde und spricht dabei auch das wichtige Thema Ergonomie an. Denn: „Unserer Gesundheit zuliebe sollten wir darauf achten, möglichst gelenk- und wirbelsäulenschonend zu fahren.“

Dann wird es praktisch und die ersten Finger werden schmutzig: Axel Horn lässt Bremsbacken herumgehen – eine funktionsfähige und eine abgenutzte. Schnell haben alle Teilnehmer die abgenutzte erkannt. Axel Horn hat auch direkt einen Tipp parat, wie man diese wieder einsatzfähig machen kann. „Das geht natürlich nur, wenn noch ausreichend Belag vorhanden, dieser aber nur hart geworden ist, weil das Rad länger nicht bewegt wurde“, sagt er. Die Lösung: Schmirgelpapier. „Das ist in jedem Flickset für Reifen vorhanden“, erklärt Horn. Raut man die Bremsbacke mit Schmirgelpapier etwas an, wird die Oberfläche wieder griffig und die Bremse funktioniert.

Weiter geht es am manipulierten Fahrrad. „Es wackelt“, stellt Hans Scharlau fest, als er den Lenker des stehenden Fahrrads hin- und her bewegt. Die Ursache ist schnell gefunden: Lenkkopflager und Radlager sind locker. Wer sich davor fürchtet, für Fahrradreparaturen ein ganzes Werkzeugset aufbieten zu müssen, wird angenehm überrascht. In der Regel seien ein 15er-Schraubenschlüssel und eine Zange ausreichend. Damit lässt sich beispielsweise ein schlackerndes Lenkkopflager wieder anziehen.

Zum Abschluss des Workshops versuchen sich die Teilnehmer an einem kaputten Reifen. Dabei erfahren sie auch, dass die bekannte Taktik, den Mantel mit einem Schraubenzieher abzuziehen, nicht sehr sinnvoll ist. „Dabei ist die Gefahr hoch, den Mantel zu verletzen, denn der Schraubenzieher ist zu spitz für das Gummi“, erklärt Axel Horn. Hier ist auch wieder der 15er-Schlüssel gefragt. Nachdem noch das Flickset zum Einsatz gekommen ist, sind Bernhard Fuchs, Tim Walther und Hans Scharlau fit in Sachen Fahrradreparatur. „Jetzt weiß ich, wie ich kleine Sachen schnell selbst reparieren kann“, lautet das Resümee von Bernhard Fuchs. Zum Abschied überreicht Axel Horn allen Teilnehmern noch ein Reparaturset, damit sie das neue Wissen direkt anwenden können.

Kulturgut Richerode

Der Workshop „Fahrrad reparieren leicht gemacht“ ist ein Angebot des Kulturgutes Richerode. Kulturelle, kreative und handwerkliche Workshops sowie Ausflüge gehören zum Programm. Die Angebote richten sich an Menschen mit und ohne Behinderungen. Weitere Informationen sowie das Jahresprogramm 2019 zum Download gibt es online unter: https://www.hephata.de/organisation/kulturgut-richerode.php

01.08.2019