Alina Busch-Menges

Hephata - Pressemitteilung

Wenn es an der Arbeit schwierig wird

Alina Busch-Menges ist die neue Vertrauensperson der Schwerbehindertenvertretung Hephatas.

„Herr Schäuble, der mit dem Rolli ins Ministerium fährt, arbeitet bestimmt nicht weniger als jemand, der ins Ministerium geht. Wenn der Arbeitsplatz passt, kann jemand mit Schwerbehinderung genauso arbeiten, wie jemand ohne“, sagt Diakonin Alina Busch-Menges. Die 44-jährige Diplom-Sozialpädagogin ist die neue Vertrauensperson der Schwerbehindertenvertretung Hephatas.

Alina Busch-Menges arbeitet als ITP-Fachkraft für Zukunfts- und Hilfebedarfsplanung in der Behindertenhilfe, als Schwerbehindertenvertreterin ist sie für Gesamt-Hephata tätig. „Ich finde die Arbeit wichtig. Sonst würden die Rechte und Fördermöglichkeiten für Schwerbehinderte in vielen Unternehmen hinten runterfallen. Viele Sachen wissen Arbeitgeber und Mitarbeiter auch gar nicht.“ Die 44-Jährige spricht aus Erfahrung, unter anderem hat sie schon im Sozialdienst einer Klinik für Psychosomatik gearbeitet. Dort war sie Betriebsratsmitglied und auch stellvertretende Schwerbehindertenvertreterin. Weitere Stationen waren eine Tätigkeit als Lehrkraft in einer Schule für Hör- und Sehbehinderte in Homberg sowie im Sozialdienst einer Rheuma-Klinik in Bad Wildungen.

Die Grundlage für die diakonische soziale Arbeit überhaupt lieferte ihr Ehrenamt. Dabei hatte sie nach dem Fachabitur der Wirtschaftsinformatik zunächst eine Banklehre absolviert, gehörte dann aber zum ersten Jahrgang, der nach der Ausbildung nicht übernommen wurde. Um Geld zu verdienen, jobbte sie als Bürokraft, dann kamen die beiden Töchter auf die Welt. „Ich habe mich schon immer ehrenamtlich in der Kirchengemeinde engagiert, auch während der Elternzeit. Irgendwann habe ich gedacht, dass ich das auch beruflich machen könnte.“ Ihr Vorbild war dabei der Jugenddiakon der Gemeinde, der für sie eine wichtige Orientierungshilfe beim Erwachsenwerden gewesen war. Alina Busch-Menges beschloss, Diakonin zu werden. Dafür brauchte sie einen sozialen Beruf oder ein Studium. „Ich habe überlegt und dann gedacht, ok, studiere ich halt.“ 

Seit Februar 2019 ist die Mutter zweier Töchter nun zusätzlich Schwerbehindertenvertreterin Hephatas. Ihre Stellvertreterin ist Ingrid Wiegand. Aktuell arbeiten 143 Menschen mit Schwerbehinderung oder Gleichstellung für die Hephata Diakonie. Eine Schwerbehinderung gilt ab einem Grad der Behinderung von 50. Betroffene haben unter anderem einen zusätzlichen Urlaubsanspruch und einen besonderen Kündigungsschutz und können auch früher in Rente gehen. Gleichgestellte sind Menschen mit einem Grad der Behinderung ab 30 und weniger als 50. Sie können auf Antrag arbeitsrechtlich schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden. Das hat unter anderem die Vorteile eines besonderen Kündigungsschutzes und  von Ausstattungshilfen für den Arbeitsplatz.

Den Antrag auf Anerkennung einer Schwerbehinderung stellen Betroffene beim Versorgungsamt. Den Antrag auf Gleichstellung stellen Betroffene bei der Agentur für Arbeit. Die Agentur fragt dann den Arbeitgeber, die Mitarbeitervertretung (MAV) und die Schwerbehindertenvertretung um eine Stellungnahme an. „Im Durchschnitt gehen zwei Gleichstellungsanträge pro Monat bei mir ein. Das können Kollegen mit einem Bandscheibenvorfall, einer psychischen Erkrankung oder auch Epilepsie sein. Manche sagen mir auch nicht, was sie haben. Sie stellen alle einen Gleichstellungsantrag aus Sorge um ihren Arbeitsplatz“, weiß Busch-Menges. Mit dem Zentralbereich Personal und der MAV arbeitet sie dabei eng zusammen, ist aber eigenständig. Ihre Arbeit ist für die Betroffenen kostenlos und auf Wunsch auch anonym.

„Die Kolleginnen und Kollegen kommen zu mir, wenn sie einen Unfall hatten oder von einer Behinderung bedroht sind. Immer dann, wenn es an der Arbeit schwierig wird“, so Busch-Menges. Sie informiert, welche Rechte man hat, wo man welche Anträge stellen kann, hilft bei Reha- und Kuranträgen, kommt auf Wunsch mit zu Gesprächen mit dem Vorgesetzten oder nimmt auch an Gesprächen zum betrieblichen Eingliederungsmanagement teil. „Mich interessieren dann besonders Aspekten wie: Gibt es am Arbeitsplatz Dinge, die die Krankheit begünstigen oder verstärken, und die man ändern kann? Benötigt derjenige spezielle Hilfsmittel? Oder kommt vielleicht eine Umschulung in Frage?“ Schließlich gebe es auch viele Fördermöglichkeiten, Zuschüsse und Nachteilausgleiche für den Arbeitgeber, wenn er Schwerbehinderte und Gleichgestellte beschäftige.

Wichtig sei ihr, dass alle Kolleginnen und Kollegen wüssten, es gibt eine Stelle, an die sie sich ohne Angst wenden können. „Ich bin natürlich auf der Seite der Mitarbeitenden, bin aber nicht der Feind des Arbeitsgebers. Ich bringe beide auf den Weg, um eine Win-Win-Situation zu erreichen.“

  • Kontakt: Schwerbehindertenvertretung, Alina Busch-Menges, Heinrich-Bachmann-Straße 2, 34613 Schwalmstadt, Tel.: 06691 18-1656, E-Mail: alina.busch-menges@hephata.de  

19.08.2019