Tontopia 10. bis 14. Juni 2020

Workshops

Insgesamt zehn Workshops werden beim kalkspatz-Symposium angeboten. Alle Workshop-Themen und Informationen zu den Dozent*innen lesen Sie hier im Überblick.

Workshop  1: "Feuerskulptur"
Arwed Angerer

Eine große Skulptur bauen und brennen in drei Tagen? Geht das? - Mit einer speziellen Tonmischung ist das kinderleicht. Ein großes Abschlußfeuer macht diese Technik zum idealen Event für Projektwochen und Feste in Kindergärten und Schulen.

Frauke Gerhard

Frauke Gerhard

Workshop 2: "Denkmitplastik - Analogien und Metaphern. Bildnerische Versuche ohne Plattitüden."
Frauke Gerhard

Arbeiten Sie therapeutisch mit Ton? In pädagogischen Bereichen? Mit Gruppen? Freischaffend künstlerisch? Für die Kundschaft von Keramikmärkten… eventuell für die Industrie?

Frauke Gerhards Workshop bietet Raum für „Fälle“ aus Ihrer Praxis, individuelle Fragen und Anregungen zur Projektentwicklung, eine Einladung zum Dialog und zum gemeinsamen Experimentieren.

Beim Gestalten imaginieren und konstruieren wir mit mehr oder weniger abstrakten Formen und Begriffen. Unser Umgang mit „Material“ hängt von gedanklichen Bezugsystemen und Analogiebildungen ab. Je nach Interessenlage werden hierbei anatomische oder holistische Denkrichtungen eingeschlagen. Körpermetaphern, geologische und klimatische Modelle sind vielen Menschen besonders vertraut. Diese regen traditionell zum Studium innerer Befindlichkeit sowie zu gesellschaftlichen Projektionen an. Es liegt nahe, sich auch in bescheidenen Keramikateliers mit akuten Themen und Grenzwertigem zu befassen.

Gaby Heller

Gaby Heller

Workshop 3: "Methoden und Impulse aus der Bingenheimer Töpferei"
Gaby Heller & Verena Krezdorn

Der Ton als ungeformter Stoff verlangt vom Menschen, ihm durch seinen Willen die Form zu geben. Ständige Beurteilung - ob genügend Kraft oder zu wenig, zu schnell oder zu langsam, zu trocken oder zu nass - verlangt vom Tätigen, sich selbst zu kontrollieren. Die richtige Mitte, Maß und Ausgewogenheit: Das Töpfern in der WfbM übt physisch, was auch im Sozialen und Seelischen  auszubalancieren ist. Welche Methoden und Werkzeuge dabei zum Einsatz kommen, wie sich die Zusammenarbeit von Mitarbeitern, pädagogischen und handwerklichen Fachkräften gestalten lässt, wird im Workshop praktisch und anschaulich erfahrbar.

Ilse-Marie Herrmann

Ilse-Marie Herrmann

Workshop 4: "Über die Hände zum Ich – Impulse zur Persönlichkeitsentwicklung durch Selbsterfahrungen am Tonkreislauf"
Ilse-Marie Herrmann

Wie lässt sich die Pädagogische Arbeit am Ton in der Praxis realisieren? Der Workshop widmet sich dem Konzept eines „PädArT“-Ateliers. Dabei werden die Inhalte des Vortrags vertiefend anhand des Tonkreislaufs praktisch verknüpft und erfahrbar gemacht. Pädagog*innen und alle, die mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen leben und arbeiten, werden im Rahmen des Workshops angeregt, deren Selbstbildungsprozesse intensiver wahrzunehmen, professionell zu begleiten und mit dem Material Ton in der eigenen Praxis zur Persönlichkeitsentwicklung beizutragen.

Kiho Kang

Kiho Kang

Workshop 5: "Porzellangefäße aufbauen"
Kiho Kang

Mit Porzellan aufbauen? Mit diesem anspruchsvollen Material zu arbeiten ist sehr speziell: Kiho Kang zeigt aus langjähriger Erfahrung heraus, wie damit von Hand geformte Gefäße entstehen. Mit seiner Variante der ältesten keramischen Aufbautechnik, der Wulsttechnik, gelingt es auch Anfängern, optisch und haptisch leichte Porzellangefäße zu formen, denen die Spuren der Finger, des Machens, der Zeit, des Nachdenkens und des Strebens eine besondere Wirkung verleihen. Die Schönheit der Langsamkeit – der asiatischen Tradition verpflichtet und doch ganz modern…

Workshop 6: " Traumasensitive Begleitung in den Methoden PädArt und Arbeit am Tonfeld®"
Karin Malaizier

„In-Kontakt-Sein“ ist ein lebenslanges menschliches Kernbedürfnis. Berührungen und der Hautsinn sind die früheste  Grundlage von Beziehungserfahrungen und sind häufig zentral beim Verständnis früher Entwicklungstraumata. Hier setzen die Methoden „Arbeit am Tonfeld®“ und „PädArT“ an, um Menschen mit Trauma-Erfahrungen in therapeutischen und pädagogischen Praxisfeldern sowie in der Pflege zu begleiten. Klienten vollziehen heilsame und regulierende, selbstwirksame haptische Bewegungen am Material. Diese im sozialen Kontakt begleitete Erfahrung wirkt auf neurophysiologischer, emotionaler und kognitiver Ebene und beeinflusst die Beziehungsfähigkeit und beziehungsbedingte Belastungen.  Der Workshop geht vertiefend ein auf die neurobiologischen, entwicklungspsychologischen und somatischen Zusammenhänge in der Wirkung der Methoden, auch anhand von Übungen zur Selbsterfahrung.

Ute Naue-Müller

Ute Naue-Müller

Workshop 7: "Im Reich der Formen und Farben"
Ute Naue-Müller

Ute Naue Müller spricht mit ihren Skulpturen eine einzigartige Dekorsprache, mit viel Witz, Ironie und Wortspielen. Ihre speziellen Herangehensweisen an keramische Oberflächen in feuchtem, trockenem und gebranntem Zustand wecken individuelle Potenziale im handwerklichen Umgang mit keramischen Farben: Mischen, Schichten, Pinseln, Drucken, Wachs- und Folienreserve. Wer selbst oder in der Arbeit mit Menschen aller Art abseits vom Einerlei in Formen und Farben schwelgen will, findet hier grundlegendes technisches und gestalterisches Wissen, Beratung und weiterführende Anregung.

Katarina Petersilge

Katarina Petersilge

Workshop 8: "Kreationen! Prozessorientierte Experimente mit Ton"
Katarina Petersilge

Dies ist der Workshop für alle, die tatsächlich einmal feste Vorgaben und Vorstellungen loslassen wollen, um sich statt dessen einzulassen auf Unerwartetes, Überraschendes, Experimentelles, angefangen beim Ton holen im Wald… Ziel ist das konkrete Kennenlernen von prozessorientierten Herangehensweisen (im Unterschied zum zielorientierten Arbeiten) – als Ausgleich zur allgegenwärtigen Konkurrenz und Ergebnisfixierung in unserer Leistungsgesellschaft. Im gemeinsamen Prozess sich selbst und die Heilkraft des Tons wiederzufinden und zu entdecken eröffnet auch für die Praxis in der Arbeit mit Menschen neue Freiräume für das eigene Handeln.

Maria Stams

Maria Stams

Workshop 9: "Porträt: Vom Sehen ins Modellieren"
Maria Stams

Wir sehen, was wir zu sehen glauben… Beim Porträtieren nach dem lebenden Modell geht es darum, das Gegenüber wirklich wahrzunehmen, zu erfassen und keramisch umzusetzen: Die große Form ist wichtig, die Details entstehen beim Arbeiten. Das Bild des Menschen vom Menschen – das ist so ein grundsätzliches, basales Thema: das kann jede/n packen!  In diesem Workshop ist Gelegenheit, sich dem menschlichen Antlitz mit Maria Stams besonderer Methode handgreiflich zu nähern, eine enorme plastische Erfahrung zu machen, von der Porträtexpertin ermutigt und begleitet.

 

 

Workshop 10: "Ton einfärben und einfach farbig aufbauen"
Dorothee Wenz

Dorothee Wenz stellt im Workshop ihren innovativen Ansatz vor, verschiedene Tonsorten und auch „alte“ Tonreste einzufärben und zu mischen, um mit verschiedenen Techniken daraus Gefäße und Skulpturen aufzubauen. Im kreativen Umgang mit individuell geschichteten und gemusterten Tonblöcken in einer beliebig erweiterbaren Farbpalette kommt es zu den vielfältigsten haptischen Erfahrungen, da mit allen Zuständen des Tons gearbeitet wird. Dieses Vorgehen ist mit einfachen Mitteln möglich und bei allen Altersgruppen in den verschiedensten Praxisfeldern anwendbar.

Dorothee Wenz

Dorothee Wenz

06.12.2019