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Hephata unterstützt "Stiftung Anerkennung und Hilfe"

Die „Stiftung Anerkennung und Hilfe“ will die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung, die als Heimkinder in den Jahren von 1949 bis 1975 Leid und Unrecht erfahren haben, verbessern und zur Aufarbeitung beitragen.

Hephata Diakonie unterstützt dieses Ansinnen und ermutigt Betroffene, die Hilfe der Stiftung in Anspruch zu nehmen.  

„Die Aufarbeitung der Heimkinder-Erziehung in den Nachkriegsjahren und bis in die 1970er Jahre hinein ist und bleibt uns ein wichtiges Anliegen“, betont Hephata-Vorstandssprecher Maik Dietrich-Gibhardt. Im Juli 2010 hatte der Hephata-Vorstand alle, die als Kinder und Jugendliche Leid an Leib und Seele in der Heimerziehung Hephatas erfahren haben, in einer öffentlichen Erklärung um Entschuldigung gebeten (www.hephata.de/wir-ueber-uns/heimkinder.php). „In diese Bitte um Vergebung waren schon seinerzeit selbstverständlich auch alle betroffenen ehemaligen Heimkinder mit Behinderung eingeschlossen“, erklärt Dietrich-Gibhardt. Für sie gebe es mit der „Stiftung Anerkennung und Hilfe“ nun endlich auch eine Anlaufstelle, die sich um Anerkennung von erlebtem Leid und Unrecht bemühe und finanzielle Unterstützung biete. Dietrich-Gibhardt: „Wir sind froh, dass es die Stiftung gibt und unterstützen ihre Arbeit zur Anerkennung des Leids der Betroffenen. Das sind wir den betroffenen Menschen schuldig!“

Errichtet von Bund, Bundesländern und Kirchen hat die Stiftung zum Anfang des Jahres ihre Arbeit aufgenommen. In Hessen ist das Regierungspräsidium Gießen als Anlaufstelle benannt worden für alle Menschen, die als Kinder und Jugendliche in der Zeit von 1949 bis 1975 in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder in stationären psychiatrischen Einrichtungen gelebt haben. „Rund 900 Kinder und Jugendliche mit Behinderung haben in dieser Zeit in Einrichtungen Hephatas gelebt“, erklärt Hephata-Direktorin Judith Hoffmann, die als pädagogische Direktorin für die Hephata-Behindertenhilfe verantwortlich ist. Hoffmann hat die betroffenen Personen über die Arbeit der Stiftung informiert und ermutigt, den Kontakt zu der Stiftung über die zuständige Ansprechpartnerin des Regierungspräsidiums in Gießen aufzunehmen. „264 der Heimkinder von damals leben auch heute noch in Wohnangeboten der Hephata Diakonie“, erklärt Hoffmann. Mit den Mitarbeitern des Regierungspräsidiums seien daher Termine vereinbart worden, an denen eine Beratung vor Ort in Treysa erfolgen kann. „Außerdem gibt es am 24. Juni eine Informationsveranstaltung“, so Hoffmann. Um umfassend und verständlich zu informieren, gibt Hephata zudem eine Sonderausgabe des Magazins „Hallo Hephata“ heraus, das speziell für Klienten der Hephata-Behindertenhilfe gemacht und in leichter Sprache geschrieben ist.

Hintergrund der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“

Der Deutsche Bundestag hatte bereits mit fraktionsübergreifendem Beschluss vom 7. Juli 2011 (BT-Drs. 17/6143, 17/6500) die Bundesregierung aufgefordert, in Abstimmung mit den Ländern auch für Menschen, die als Kinder und Jugendliche in den Jahren 1949 bis 1975 (Bundesrepublik Deutschland) bzw. 1949 bis 1990 (DDR) in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder in stationären psychiatrischen Einrichtungen Leid und Unrecht erfahren haben, Regelungen zu finden und den Betroffenen Hilfe zukommen zu lassen. Aus pragmatischen und verwaltungstechnischen Gründen wurden die Heimkinderfonds West und Ost im Januar 2012 lediglich für Betroffene der

Jugendhilfe eingerichtet, bei denen Betroffene der Behindertenhilfe und Psychiatrie nicht antragsberechtigt waren. Im Abschlussbericht des Runden Tisches Heimerziehung wurde allerdings auf die Notwendigkeit hingewiesen, auch für Betroffene aus Einrichtungen der Behindertenhilfe Anerkennung, Hilfe und Unterstützung zu leisten.

Die Diakonie Deutschland hat von Beginn an die Öffnung des Heimkinderfonds für Betroffene der Behindertenhilfe gefordert, immer wieder politische Initiativen gestartet und Öffentlichkeit hergestellt. Aufgrund der Dynamik des Heimkinderfonds (erhebliche Aufstockungsnotwendigkeit) konnte die Öffnung des Heimkinderfonds allerdings politisch nicht erreicht werden, sodass Wege vergleichbarer Leistungen für die Betroffenen in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie gesucht werden mussten.