Hephata - Pressemitteilung
 
 
 
 
 
 
 
 

"Eine Ausbildung, die zu mir passt"

Heilerziehungspflege

Das Monochord mit seinen schwingenden Saiten hat beruhigende Wirkung. Uwe Stein, Dozent der Hephata-Akademie für soziale Berufe (von links), integriert das Instrument mit den HEP-Schülerinnen Cornelia Bauer und Janine Hofstadt in den Unterricht.

Inklusion gestalten, Teilhabe ermöglichen: Die Hephata-Akademie für soziale Berufe in Schwalmstadt-Treysa bietet als einzige Einrichtung in Nordhessen die staatlich anerkannte Ausbildung der Heilerziehungspflege sowohl in Voll- als auch Teilzeit an.

Menschen mit Beeinträchtigungen ermöglichen, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, und möglichst selbstbestimmt zu leben - das sind die Ziele von Heilerziehungspflegern. Ein Beruf mit Perspektive, sagt Uwe Stein, Dozent der Hephata-Akademie für soziale Berufe: „Gerade in Zeiten, in denen Inklusion immer mehr an Bedeutung gewinnt“. Seit vergangenem Jahr bietet die Hephata-Akademie die Ausbildung zum staatlich anerkannten Heilerziehungspfleger nicht nur in Vollzeit, sondern auch in Teilzeit an.

Cornelia Bauer und Janine Hofstadt gehören zum ersten Jahrgang, der die Ausbildung berufsbegleitend absolviert. „Wir können neben der Schule weiter arbeiten und Gehalt beziehen. Und man weiß genau, wofür man lernt“, beschreibt Janine Hofstadt aus Borken die Vorteile. Die 25-Jährige hat ursprünglich Fleischereifachverkäuferin gelernt. Heute arbeitet sie neben der schulischen Ausbildung zur staatlich anerkannten Heilerziehungspflegerin (HEP) mit psychisch kranken  und suchtkranken Menschen in Bad Wildungen. Während der dreijährigen schulischen Ausbildung ist die Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen Voraussetzung. „Ich hatte schon länger den Wunsch, dass ich mich beruflich verändern möchte. Die berufsbegleitende Ausbildung ist da genau das richtige für mich“, sagt Janine Hofstadt.

So sieht es auch Cornelia Bauer. Die 51-Jährige ist die älteste Schülerin der Klasse, die jüngste ist 19. „Manche Mitschüler könnten meine Kinder sein, doch wir kommen alle miteinander gut aus“, so die Bad Nauheimerin. Sie hat ursprünglich Friseurin gelernt und später eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau absolviert. Nach einer Familienpause wollte sie lieber mit Kindern arbeiten. Über die Hausaufgabenbetreuung und Schulassistenz von schwerstkranken und blinden Kinder und Jugendlichen entstand bei ihr der Wunsch, mehr darüber zu wissen, wie Menschen mit Beeinträchtigungen Teilhabe ermöglicht werden kann.  Als sie erfuhr, dass die Agentur für Arbeit eine Umschulung fördert, stand für sie die Entscheidung schnell fest, die Ausbildung bei Hephata zu beginnen. Für die beiden Schultage wird sie von ihrer Arbeit an der Förderschule frei gestellt. „Ich empfinde es als Privileg, dass ich eine Ausbildung absolvieren kann, so, wie ich es möchte“, sagt Cornelia Bauer. „Jetzt bin ich beruflich da angekommen, wo ich eigentlich schon immer hin wollte.“

Eine Bewerbung ist jederzeit möglich. Der Ausbildungsbeginn ist nach den hessischen Sommerferien. Kontakt: Hephata-Akademie für soziale Berufe, Uwe Stein, Tel.: 06691/18-1158. E-Mail: uwe.stein@hephata.de; www.hephata-akademie.de

Hintergrund Heilerziehungspflege

Heilerziehungspfleger assistieren, begleiten und beraten Menschen mit körperlichen, psychischen oder kognitiven Beeinträchtigungen. Neben der Behindertenhilfe gehören auch die Altenpflege sowie die Arbeit mit beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen zu den Tätigkeitsfeldern. In der Ausbildung werden vor allem pädagogisches, pflegerisches und medizinisches Fachwissen vermittelt.

Voraussetzungen für die Ausbildung in Vollzeit (zwei Jahre schulische Ausbildung sowie daran anschließend ein Jahr Berufspraktikum) sind ein Realschulabschluss sowie, in der Regel, eine abgeschlossene Sozialassistenz-Ausbildung. Auch andere Berufsausbildungen, Schulabschlüsse, Freiwilligendienste (FSJ, BFD) oder Praktika können angerechnet werden.

Die berufsbegleitende Ausbildung (drei Jahre schulische Ausbildung sowie daran anschließend ein sechsmonatiges Berufspraktikum) erfordert den mittleren Schulabschluss, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder den Nachweis einer einschlägigen sozialpädagogischen Berufserfahrung.

25.03.2019