Hephata - Nachrichten

Stiehl: „Zeiten haben sich positiv verändert“

Angehörigen- und Betreuerbeirat im Gespräch mit Hephata-Vorstand und Aufsichtsratsvorsitzendem

Mehr Offenheit und Transparenz in der Kommunikation mit den Angehörigen – dies ist ein zentrales Anliegen der Hephata Diakonie im Umgang mit Mängeln im Bereich Behindertenhilfe gewesen, die bei Besuchen der Betreuungs- und Pflegeaufsicht im vorigen Herbst festgestellt worden sind. „Mittlerweile fühlen wir uns sehr ernst genommen, die Zeiten haben sich positiv verändert“, zieht Ulrich Stiehl dazu ein erstes Zwischenfazit. Stiehl ist Vorsitzender des Angehörigen- und Betreuerbeirats, der sich jetzt zu einer gemeinsamen Sitzung mit dem dreiköpfigen Vorstand und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Hephatas getroffen hat.


„Wir sind auf einem guten, gemeinsamen Weg“, resümierte auch Stiehls Stellvertreter Volker Papenhagen nach dem gut zweistündigen Arbeitstreffen. Alle Mitglieder des Beirates hatten zuvor die Gelegenheit, die aus ihrer Sicht weiterhin kritischen Punkte zu benennen. Deutlich wurde dabei, dass die grundsätzliche Zufriedenheit mit der Arbeit der Hephata-Behindertenhilfe groß ist. „Die Qualität der Eingliederungshilfe hier ist sehr hoch“, betonte Papenhagen. Trotzdem sparte Papenhagen nicht mit Kritik: „Menschen mit Behinderung sind hier zwar an sich bestens aufgehoben. An vielen Stellen merken wir aber, dass das Personal sehr knapp bemessen ist.“ In diesem Zusammenhang wünsche er sich weiterhin mehr Transparenz von Hephata. „Auf die Frage, ob wir ausreichend Personal beschäftigen, um eine gute Betreuung der Bewohner in der Behindertenhilfe sicherzustellen, werden wir Ihnen auf jeden Fall antworten“, erklärte Hephata-Direktor Klaus Dieter Horchem. Und sein Kollege, der neue Vorstandssprecher Maik Dietrich-Gibhardt, ergänzte: „Das hat auch etwas mit Qualitätsmanagement zu tun. Und in diesem Bereich denken wir im Moment sehr konkret über neue Instrumente nach.“

Weitere wichtige und auch kritisch beleuchtete Themen für die Angehörigen waren die Zukunft des Hephata-Stammgeländes und der aktuelle Stand des Regionalisierungs-Prozesses, der mit dem Landeswohlfahrtsverband vertraglich vereinbart ist. Dazu erklärte Anne Wippermann als Leiterin des Geschäftsbereichs Behindertenhilfe: „Bislang sind 140 Bewohner der Behindertenhilfe von hier aus in andere Orte umgezogen.“ Wieder zurückgekommen sei nur ein Bewohner.

Neben übergreifenden Themen erkundigten sich die Angehörigen auch nach ganz konkreten Dingen. Ein Wunsch der Angehörigen, bezog sich auf die Feste, die bei Hephata gefeiert werden. „Für Bewohner sollte es eine Möglichkeit geben, die Speisen und Getränkeangebote vergünstigt wahrnehmen zu können“, forderten mehrere Angehörige. Im Sinne der Inklusion, die einen normalen Umgang mit behinderten Menschen fordere, sei es nicht gut, in diesem Zusammenhang eine „Sonderbehandlung“ sichtbar werden zu lassen, sagte Bätz. Für die Hephata-Festtage werde Hephata nun aber prüfen, ob generell ein Chip-System zur Bezahlung an den Verpflegungsständen eingeführt werden kann. Dann könnten Bewohner ein Kontingent an Chips zu freien Verfügung gestellt bekommen, würden im Ergebnis aber genau wie alle anderen Besucher der Festtage mit diesem Zahlungsmittel ihr Essen und ihre Getränke kaufen.

„Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention wird zunehmend ein gemeinsames Ziel von Angehörigen- und Betreuerbeirat und dem Vorstand Hephatas sein“, betont Papenhagen mit Blick in die Zukunft.

14.03.2014