Hephata - Pressemitteilung

Erste Ergebnisse der Hephata-Qualitätsinitiative

Abschlussberichte für die Behindertenhilfe und die Akademie sind da

Die ersten Abschlussberichte der Hephata-Qualitätsinitiative (HQI) für die Behindertenhilfe und die Akademie für soziale Berufe liegen vor. Der nächste Bericht steht für die Tochtergesellschaft der Hephata Diakonie, der Hephata soziale Dienste und Einrichtungen gGmbH (hsde), an. Dort läuft die HQI derzeit noch. Die HQI soll die Qualität der Arbeit der Hephata Diakonie prüfen und dauerhaft sicherstellen.

Pfarrer Maik Dietrich-Gibhardt, Hephata-Vorstand und Vorstandssprecher, koordiniert die HQI: „Unser Anspruch ist es, in allen Bereichen hohe Qualität zu leisten. Deshalb wollten wir wissen, wo wir mit unseren Angeboten stehen.“ Die HQI hatte September 2014 im Bereich Behindertenhilfe begonnen, nachdem es öffentlich Kritik an der Arbeit der Behindertenhilfe und der hsde gegeben hatte. „Wir haben daraus gelernt, noch einmal genau hinzusehen, und haben uns Hilfe von außen geholt“, so Dietrich-Gibhardt.

Die Hilfe von außen übernahm für die Hephata-Behindertenhilfe Prof. Dr. Petra Gromann vom Institut für personenzentriere Hilfen an der Hochschule Fulda. Um beratende Empfehlungen abgeben zu können, stattete sie Besuche vor Ort ab, sah Unterlagen ein, sprach mit Mitarbeitenden, Klienten, Angehörigen und der Geschäftsbereichsleitung. Die Gespräche wurden anonymisiert ausgewertet. Ähnlich war der Ablauf der HQI an der Hephata-Akademie für soziale Berufe. Hier war Dr. Heinfried Habeck vom Dortmunder Institut für Schulentwicklung als Experte tätig. Er hat den Unterricht besucht, Dokumente analysiert, Gespräche mit Auszubildenden, Lehrenden, Akademieleitung sowie mit Vertretern von Einrichtungen geführt, die Auszubildende der Schule übernommen haben. Für den dritten Bereich, die hsde, wurde vor einem Jahr ein „Lenkungsausschuss Qualität“ unter dem Vorsitz von Maik Dietrich-Gibhardt gegründet. Mittelfristig strebt der Lenkungsausschuss eine Zertifizierung der Gesellschaft nah ISO 9001 durch die TÜV-Süd-Management Service GmbH an. Dafür lief im Januar 2015 das Vor-Audit zur Etablierung eines Qualitätsmanagementsystems.

„Wir haben im Rahmen der HQI eine Fülle von Ergebnissen und Empfehlungen erhalten, die nun sorgfältig ausgewertet werden müssen“, so der Vorstandssprecher. Zunächst befasse sich damit der Vorstand, daneben würden die Ergebnisse aber auch auf der Ebene der Geschäftsbereichsleitungen diskutiert und andere Bereiche hinzugeholt. Zudem arbeite man eng mit der Betreuungs- und Heimaufsicht, mit dem Landeswohlfahrtsverband Hessen als Kostenträger, den Klienten, den Angehörigen und den gesetzlichen Betreuern zusammen. Mit Vertretern des Landeswohlfahrtsverbands gäbe es regelmäßige Gespräche, zusätzlich zu den Treffen, die ohnehin stattfänden. Vertreter der Pflege- und Heimaufsicht statteten Hephata regelmäßige Besuche und Prüfungen vor Ort ab. „Den Angehörigen und gesetzlichen Betreuern habe ich die Ergebnisse der HQI in einer Informationsveranstaltung am 9. Mai ausführlich vorgestellt“, erläutert der Vorstandssprecher.

In den Umgestaltungsprozess soll auch das neue Vorstandsmitglied eng einbezogen werden, das auf Peter Göbel-Braun folgen wird. Aktuell laufe die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger noch. Mit dem neuen Vorstandsmitglied zusammen solle dann auch entschieden werden, in welchen Bereichen die HQI wann fortgeführt werde. Maik Dietrich-Gibhardt: „Wir werden bis Ende 2015 die Umsetzung der wesentlichen Elemente der bereits gemachten Empfehlungen vorantreiben.

„Neben allen Einzelergebnissen, die die HQI zutage fördert, ist mir die Haltung wichtig, die ich mit ihr verbinde“, sagt Dietrich-Gibhardt. „Die Bereitschaft zu Transparenz und Dialog ist die Grundlage für das Vertrauen in unsere Arbeit und ein wesentlicher Bestandteil ihrer Qualität. Zum Gelingen der HQI gehört es ganz wesentlich, dieses Bewusstsein und diese Haltung auf allen Ebenen in der Hephata Diakonie zu stärken und zu fördern.“

 

Vorschläge und Veränderungen Behindertenhilfe:

  • „Die HQI hat gezeigt, dass wir den Personaleinsatz zu bestimmten Zeiten, etwa an Wochenenden, anders steuern müssen. Wir haben hier bereits im Oktober 2014 gegengesteuert und Wochenendhelfer zur Unterstützung eingestellt“, sagt Maik Dietrich-Gibhardt.
  • Arbeitsprozesse sollen besser bewertet werden können. Zum Beispiel: „Wie steht es um die Teilhabeentwicklung der Bewohnerinnen und Bewohner? Oder um die sozialräumliche Entwicklung der dezentralen Wohnangebote? „Frau Gromann hat vorgeschlagen, aufgrund bestimmter Kriterien Kennzahlen zu ermitteln, die bei der Bewertung und Steuerung dieser Fragen helfen“, so der Vorstandssprecher. Dabei kommt bereits auf Empfehlung von Prof. Gromann seit Dezember 2014 nach einer vorhergehenden Schulung der Mitarbeitenden im November die sogenannte Teilhabekiste zum Einsatz. Die Teilhabekiste ist eine Methode für die Zukunftsplanung von Menschen mit Behinderungen. Die Teilhabekiste besteht aus Karten mit Fotos, Skizzen und Texten zu verschiedenen Alltags- und Lebensthemen, mit deren Hilfe Menschen mit Behinderungen ihre Wünsche, Ziele und Vorstellungen erarbeiten und ausdrücken können.
  • Die Regionalisierung der Behindertenhilfe stellt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor große Veränderungen, Herausforderungen und neue Arbeitsgebiete. Dies macht gezieltere und längerfristige Personalentwicklungsmaßnahmen nötig. „Die neuen, inklusiven Wohnformen und Wohnangebote für Menschen mit Behinderungen machen ein anderes Arbeiten nötig als früher“, sagt Dietrich-Gibhardt.
  • Die Strukturen des Beschwerdemanagements sollten verbessert werden. Seit Februar 2014 sind Claudia Wagner-Zängler und Stefan Thiel die neuen Beschwerdemanager in der Behindertenhilfe.

 

Vorschläge und Veränderungen Akademie:

  • Die Ergebnisse der HQI für die Hephata-Akademie für soziale Berufe zeigen ein sehr positives Bild. Hervorgehoben werden die besondere Lernkultur und der hohe Zufriedenheitsgrad der Studierenden mit ihrer Ausbildung.
  • Arbeitgebervertreter äußern sich außergewöhnlich positiv über die Kompetenzen und Leistungen der Hephata-Absolventinnen und -Absolventen.
  • Die Bibliothek ist sehr gut bestückt. Die Unterrichtsräume sind modern ausgestattet.
  • Maik Dietrich-Gibhardt: „Empfohlen wird uns, an der Unterrichtsentwicklung im Sinne der Methodenvielfalt zu arbeiten und damit stärker als bisher die Entwicklung des selbstständigen Lernens zu fördern.“ Das Kollegium wird sich nach den Sommerferien über das weitere Vorgehen in Sachen Unterrichtsentwicklung verständigen.

07.08.2015 / Melanie Schmitt