Hephata - Pressemitteilung
 
 
 
 
 
 
 
 

Beim Schlaganfall zählt jede Minute

Bild vom Auftritt

Hephata-Chefarzt Bernd Schade wurde von Schwester Hepatita humorvoll unterstützt

150 Besucher kamen zum Info-Tag an der Hephata-Klinik am vergangenen Samstag.

„Tut, tuuut - lasst mich Arzt, ich bin durch. Es geht gleich los!“ Comedy-Krankenschwester Hephatita düst im Kittel und Saxofon spielend, auf einem Elektromobil durch die Menge. Mit solch einer verrückten Begrüßung hatte wohl keiner der 150 Besucher gerechnet, die zum Infotag  „Schlaganfall & Diabetes- ein gefährliches Doppel“ gekommen waren.

Bereits um kurz nach zehn Uhr waren alle Stuhlreihen im Foyer des Treysaer Ärztehauses, in dem die Vorträge stattfanden, voll besetzt. Hephata-Vorstandsprecher Maik Dietrich-Gibhardt begrüßte die Zuhörer mit den Worten: „Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen – und wie der Veranstaltungstitel sagt, gleich doppelt“. Die Hephata-Klinik sei sich ihrer hohen Bedeutung, die sie als wesentlicher Teil der Gesundheitsversorgung im Schwalm-Eder-Kreis innehabe, sehr bewusst. Mit dem Info-Tag wolle die Klinik ihre Kompetenz und Erfahrung in der Schlaganfallbehandlung einbringen, um Betroffene über das erhöhte Schlaganfallrisiko bei einer Diabeteserkrankung zu informieren. Auch Schwalmstadts Bürgermeister und Schirmherr der Veranstaltung Stefan Pinhard lobte in seinem Grußwort die Aufklärungsinitiative.

Als erste Rednerin sprach Diabetesassistentin Doris Schwalm vom Asklepios-Gesundheitszentrum. Sie erläuterte anhand von Statistiken – jedes Jahr erkranken in Deutschland zirka 800.000 Menschen neu an Diabetes -  wie wichtig Bildung und Aufklärung im Kampf gegen Diabetes seien. Dr. Ralf Weber, Diabetologe an der Asklepios-Klinik, betonte in seinem Vortrag, „Diabetes mellitus- Krebserkrankung der Gefäße?“, die Dringlichkeit von Vorsorge: „Diabetes schreitet wie Krebs ständig voran. Der einzige Unterschied zu Krebs ist, dass Diabetes durch gezieltes  Handeln gestoppt werden kann. Wichtig ist, dass Sie noch heute handeln!“

Augenarzt Dr. Ralf Lorenz sprach im Anschluss zu „Schlaganfall und Diagnostik aus augenärztlicher Sicht“. Beim Schlaganfall könne es durch akute Durchblutungsstörungen des Gehirns zu Sehstörungen kommen. Lorenz grenzte diese von anders bedingten Sehstörungen, die gut augenärztlich behandelt werden können, ab. Der beste Schutz davor sei die Gesundheitsvorsorge. Er verwies auf die zahlreichen Möglichkeiten, sich während des Info-Tages über Risikofaktoren für einen Schlaganfall aufklären zu lassen.

Als vierter und letzter Redner sprach der Chefarzt der Hephata-Klinik, Dr. Bernd Schade: „Bei einem Schlaganfall läuft die Zeit, time is brain.“ Wenn ein Patient mit Schlaganfallsymptomen innerhalb von viereinhalb Stunden ärztliche Hilfe bekäme, sei es oft möglich, einen Großteil der Hirnnervenzellen zu retten. Schade führte hier die sogenannte Lyse-Therapie an, bei der das einen Schlaganfall verursachende Blutgerinnsel medikamentös aufgelöst werden kann. „Warten Sie nicht, bis die Hausarztpraxis öffnet, kommen Sie sofort zu uns, wenn der Verdacht auf einen Schlaganfall besteht“.

Wie gut die Lyse-Therapie anschlagen kann, wenn der Patient rechtzeitig in die Klinik kommt, stellte Schade anschließend im Gespräch mit zwei Patienten der Hephata-Klinik heraus. Beide hatten Anfang des Jahres einen Schlaganfall erlitten und stehen heute wieder voll im Leben.

„Wenn Sie die Symptome kennen, fällt es Ihnen leicht, im Notfall schnell Hilfe zu holen. Der Rettungswagen ist in zehn Minuten bei Ihnen. Wir sind Tag und Nacht hier und arbeiten eng mit den umliegenden Kliniken und dem Städtischen Klinikum Kassel als Zentrum des Neurovaskulären Netzwerks – NeuroNetz Mitte zusammen“, erklärte Schade.

Nach den Vorträgen strömten die Besucher auf den Vorplatz der Hephata-Klinik. Dort parkte der Info-Bus der bundesweiten Aufklärungsinitiative „Herzenssache Lebenszeit“. Auch Vertreter der Selbsthilfegruppen „Diabetiker Hessen e.V.“ und „Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe“ sowie des DRK und der Stern-Apotheke informierten die Besucher und boten kostenlose Messungen von Blutdruck, Cholesterin und Zucker an. Besonders hohen Andrang gab es beim kostenlosen Angebot der Hephata-Klinik, die Halsschlagader mittels Ultraschall kontrollieren zu lassen. Hephata-Chefarzt Bernd Schade untersuchte und beriet die Patienten bis in den späten Nachmittag persönlich. „Für uns war der Info-Tag ein großer Erfolg. Wir konnten heute vielen Menschen helfen und Kooperationen vertiefen.“

19.06.2018 / red