Gruppenbild mit Prof. Neebe

Professorale Ehre für engagierte Religionspädagogin: Auf dem Bild (von links) Hephata-Direktor Maik Dietrich-Gibhardt, Prof. Dr. Gudrun Neebe, Bischof Martin Hein sowie Prof. Dr. Marion Großklaus-Seidel, Präsidentin der Evangelischen Hochschule Darmstadt

Hephata - Pressemitteilungen

Engagierte Lehrerin des Glaubens

Evangelische Hochschule Darmstadt ehrt Prof. Dr. Gudrun Neebe als Honorarprofessorin

Sie gilt als engagierte Lehrerin des Glaubens, die an vielen Stellen in- und außerhalb der evangelischen Kirche daran arbeitet, Theorie und Praxis zusammen zu führen: Prof. Dr. Gudrun Neebe. Nach 18 Jahren als Lehrbeauftragte an der Evangelischen Hochschule Darmstadt (EHD) ehrte Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Marion Großklaus-Seidel die renommierte Religionspädagogin als Honorarprofessorin. 

Die Honorarprofessur sei eine durchaus seltene Ehre, erklärte die Präsidentin der EHD: In 50 Jahren habe die Hochschule erst fünf Honorarprofessoren berufen. „Frau Prof. Dr. Neebe hat die von ihr entwickelten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Methoden in besonders engagierter Weise in die Lehre an der EHD einfließen lassen“, sagte die Präsidentin anerkennend. Sie habe damit auch viele Impulse für die religionspädagogische Praxis gegeben, würdigte Pfarrer Maik Dietrich-Gibhardt, Direktor der Hephata Diakonie, während der Feierstunde.

Neebe hat sich durch viele praxisbezogene Publikationen zu religionspädagogischen Themen einen Namen gemacht und ihre Erkenntnisse unter anderem als Leiterin des Pädagogisch-Theologischen Instituts der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck sowie als Direktorin des Religionspädagogischen Instituts in Marburg angewandt. Oberlandeskirchenrätin Prof. Dr. Gudrun Neebe gehört dem Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck an und ist als Dezernentin zuständig für den Bereich Bildung.

In ihrer Antrittsvorlesung ging Neebe auf die Bedeutung religiöser Bildung für evangelische Kirchen in Deutschland ein. Vor zahlreichen Kollegen und Vertretern aus Wissenschaft, Diakonie und Kirche hob sie die Bedeutung der Schulen als „wichtigste volkskirchliche Schnittstellen“ hervor. Religioöse Bildung an Schulen sei eine „unverzichtbare Facette der Allgemeinbildung“. Viel zu oft werde Religionsunterricht als kirchliche Veranstaltung in der Schule missverstanden. Dabei, so Neebe: „Auf das evangelische Profil kommt es an, auf eine Kultur und Haltung, die gelebt wird.“

Es sei wichtig, mit der Lehre von der frohen Botschaft bei Kindern möglichst früh anzusetzen. In Zeiten, da in Klassen nur noch die Hälfte aller Kinder evangelisch seien, bedürfe es neuer Konzepte und Lehrinhalte. Schulen, Kindertagesstätten, Konfirmandenarbeit sowie die Aus- und Fortbildung der in der Kirche Arbeitenden und nicht zuletzt die Erwachsenenbildung bezeichnete die Professorin als wichtigste Arbeitsfelder religiöser Bildung.

Auch in der Erwachsenenbildung sei die Kirche zu lange „eher zufällig tätig“ gewesen, so Neebe, die daran appellierte, über Kirchengrenzen hinweg zu kooperieren und gemeindenahe Angebote zu stärken.  Dabei plädierte die Religionspädagogin für einen weit gefassten Bildungsbegriff: Bildung schaffe die Basis, auf der die Menschen stehen.  Aufgabe der Kirche sei es, für die Menschen da zu sein – hierfür sei die Erwachsenenbildung besonders geeignet. So sei religiöse Bildung nicht nur für die evangelische Kirche, sondern für die Gesellschaft insgesamt von immenser Bedeutung. „Ich bin gerne ein bisschen dies und das“, sagte Neebe abschließend.

24.10.2018 / red