Bei der Übergabe des Bewilligungsbescheids in Wiesbaden (von links): Tim Treis von Treis Agrarkonzept, Ministerin Priska Hinz, Michael Tietze von der Hephata Diakonie und Judith Treis, ebenfalls Treis Agrarkonzept.

GB Soziale Rehabilitation

Bio-Gemüse aus der Region und für die Region

Die Soziale Rehabilitation Hephatas und die Firma Treis Agrarkonzept in Morschen wollen im Verbund mit weiteren regionalen Landwirten Bio-Salat und Bio-Gemüse regional anbauen, verarbeiten und vertreiben.

Dazu haben sie Ende vergangenen Jahres eine GbR gegründet. Die GbR wird mit Fördergeldern der EU und des Landes Hessen finanziert. Jetzt übergab  die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz in Wiesbaden den Förderbescheid.

Priska Hinz überreichte sechs landwirtschaftlichen Projekten Bewilligungsbescheide für Fördersummen von insgesamt 1,6 Millionen Euro. Alle Projekte eint das Ziel, durch Innovation und Zusammenarbeit fortschrittliche Ideen zu entwickeln und zu erproben. Das Projekt der Sozialen Rehabilitation Hephatas mit Landwirten aus der Region will den Anbau von Bio-Salat und Bio-Gemüse in die landwirtschaftlichen Fruchtfolgen Nordhessens integrieren und etablieren. Dabei werden die Akteure eine regionale Wertschöpfungskette aufbauen und Arbeitskräfte und Maschinen gemeinsam einsetzen. In den Werkstätten für Menschen mit psychischen und seelischen Behinderungen (WfbM) der Soziale Rehabilitation sollen so neue, sinnstiftende Beschäftigungsplätze geschaffen werden. Die WfbM-Klienten werden den Bio-Salat und das Bio-Gemüse waschen, verlesen und an den Lebensmittel-Einzelhandel vertreiben. Außerdem sollen während des Projektes Beratungsmodelle für Landwirte entwickelt werden.  

„Auch der ländliche Raum braucht neue, kreative und sogar unkonventionelle Ideen, damit landwirtschaftliche Betriebe wirtschaftlich erfolgreich bleiben. Dabei stehen die Vernetzung von verschiedenen Akteurinnen und Akteuren und der Wissenstransfer im Fokus“, sagte Priska Hinz bei der Übergabe der Förderbescheide. Neben der wirtschaftlichen Förderung des ländlichen Raums gehe es dabei auch um den Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt und die Herausforderungen, die sich im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Klimawandelanpassung stellten. „Die eingegangenen Projekte belegen eindrücklich, dass auch kleine, auf Nachhaltigkeit bedachte landwirtschaftliche Akteurinnen und Akteure wegweisende Fortschritte für die ganze Branche erzielen können“, so Hinz.

Die Hephata Diakonie bringt in der Vernetzung von Bio-Landwirten aus der Region und der Erzeugung und Vermarktung von Bio-Lebensmitteln viel Erfahrung mit. Unter der Marke „FÜR UNS – So lecker schmeckt Gemeinwohl“ bringt Hephata unter anderem Bio-Eier, Bio-Kartoffeln sowie Fleisch und Wurst aus der eigenen Metzgerei „Alsfelder Biofleisch“ in den Handel. Insgesamt arbeiten bei Hephata mehr als 200 Menschen mit und ohne Behinderung in der „sozialen Landwirtschaft“, zu der insgesamt sechs Bio-Betriebe gehören. Sie ermöglichen Menschen mit Behinderung die Teilhabe am Arbeitsleben und unterstützen zugleich die regionale Bio-Landwirtschaft, indem sie durch Vernetzung den Zugang zum Lebensmittel-Einzelhandel erschließen. Mehr Infos zu den Betrieben und ihren Produkten gibt es unter www.gutes-fuer-uns.de.

05.03.2018 / red