Akademie für Soziale Berufe
 
 
 
 
 
 
 
 

Den Abschluss in der Tasche

Aufatmen, erleichtertes Getuschel und fröhliches Lachen vor der Hephata-Akademie für soziale Berufe: 13 Erzieher und zehn Heilerziehungspfleger haben ihre Abschlussprüfungen geschafft und ihr Zeugnisse in der Tasche.

Unter ihnen auch Janina Anstötz und Christian Kern. Eine dreijährige Ausbildung zum Erzieher liegt hinter und der Start ins Berufsleben vor ihnen. Eine Stelle zu finden war für die beiden 25-Jährigen kein Problem – die Berufschancen für Erzieher und Heilerziehungspfleger stehen gut, so Pfarrer Dr. Martin Sander-Gaiser, Leiter der Akademie.

Janina Anstötzt wird künftig in einem Marburger Kindergarten arbeiten. Ein Jahr lang hatte die Kirchhainerin während ihres Berufspraktikums mit Jugendlichen zu tun, „nun gehe ich erstmal in einen Kindergarten“, sagt sie und lächelt. Die Vielfalt ist es, was sie an ihrem Beruf schätzt. Eigenverantwortlich hat sie während ihrer Ausbildung in der Kinder- und Jugendhilfe des Elisabethvereins in Rauschenberg ein Projekt Mädchenarbeit ins Leben gerufen, das bei den Elf- bis 15-Jährigen ausgesprochen gut ankam. „Die Mädchen hat ihre körperliche Veränderung um Zuge der Pubertät stark verunsichert, das habe ich aufgegriffen“, so die 25-Jährige, die vor ihrer Ausbildung ein Pädagogik-Studium abbrach – „ ich habe gemerkt, dass mir die Praxis eher liegt“. Dass dies der Fall ist, haben auch die vier Mädchen der familienbegleitenden Wochengruppe in Rauschenberg schnell gespürt – die wöchentlichen, „Mädchentage“, wie Janina Anstötz ihr Projekt nannte,  wollten sie nicht mehr missen. „Die Mädchen hatten den  Wunsch, selbstbewusster zu werden“, so Janina Anstötz. Vom aufrechten Sitz über korrekte Kleidung bis hin zur richtigen Körperpflege – Janina Anstötz experimentierte viel mit den Jugendlichen und zeigte ihnen, wie selbstsicheres Auftreten gelingt. „Es macht mir total Spaß, mit Menschen zu arbeiten“, so die Erzieherin, „Ich kann da ich selber sein“.

Genau wie Christian Kern, der sein Berufspraktikum in der Hephata-Metallwerkstatt in Ziegenhain absolvierte. Dort werden unter anderem Dachanker für Photovoltaik-Anlagen montiert. Bei der Arbeit mit Schlagbohrer, Schrauber und Hammer geht es laut zu. Der hohe Lärmpegel war den Mitarbeitern und Klienten der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen schon seit Längerem ein Dorn im Auge. Christian Kern hatte eine Idee und wusste zu helfen: Gemeinsam mit Klienten baute der Gilserberger Schallschutzboxen, die auf den Montagetischen aufgestellt werden und den Schall, der beim Arbeiten mit Schlagschraubern entsteht, dämpft. Christian Kern hat nach Abschluss seiner Ausbildung auch selbst etwas von seinem Projekt: Mit dem Zeugnis in der Tasche arbeitet er künftig als Erzieher in der Metallbauwerkstatt.

 

Die Absolventen der Akademie 

Erzieher: Alina Hecker (Burgwald-Ernsthausen), Patrick Arnold (Alsfeld), Viktoria Göbel (Neuental-Römersberg), Jana Schultheiß (Willingshausen), Louis Birkenstock (Antrifttal), Timo Bickert (Borken), Janina Anstötz (Kirchhain), Christian Kern (Gilserberg), Victoria Fesenko (Neustadt), Isabelle Dinges (Neukirchen), Ewa Orzol (Oberaula), Philipp Dombrowski (Schwalmstadt) und Helena Jäckel (Frielendorf).

Heilerziehungspfleger: Silke Klein (Homberg/Efze), Laura Koziolek (Rotenburg a. d. Fulda), Konstantin Schaetzky (Kassel), Sylvia Günther (Hessisch Lichtenau), Christian Serokwascha (Schwalmstadt), Cheyenne Imberger (Borken-Trockenerfurth), Marlon Pütz (Gedern), Karla Göltner (Haunetal-Holzheim), Melissa Spanknebel (Neuental), Vanessa Schweinsberger (Stadtallendorf).

 

17.08.2018 / red