Hat ein Mensch mit geistiger Behinderung zusätzlich seelische Probleme oder zeigt Verhaltensauffälligkeiten, die ihn und seine Umwelt belasten, bietet die Psychologie Möglichkeiten der Diagnostik, Beratung und Behandlung.

Unsere Arbeit bezieht sich stets auf den einzelnen Menschen, denn jede Störung und jede Lebenssituation sind einzigartig. Am Anfang stehen die Fragen der Ursachenaufklärung. Womit haben wir es zu tun? Handelt es sich um eine vorübergehende Episode oder um eine tiefgreifende Problematik? Welche Vorgehensweise ist demnach sinnvoll und angemessen? Wie sind die Prognose und der weitere Verlauf?

Für die Bewohner*innen unserer Einrichtungen bieten wir personenzentrierte Einzelgespräche mit verhaltens- und spieltherapeutischen Elementen an. Die Betreuer*innen in Wohngruppen, Werkstätten und anderen Diensten können fachliche Beratung in Anspruch nehmen, um das Lebensumfeld entsprechend der individuellen Erfordernisse zu gestalten. Die Verlaufsdokumentation erfolgt vertraulich in Zusammenarbeit mit den internen Ärzt*innen des Zentralbereichs Gesundheit und Therapie.

Psychologische Beratung wird häufig angefragt, wenn Bewohner*innen auffällige Veränderungen in Verhalten und Befindlichkeit zeigen. Stimmungsschwankungen sowie selbst- und fremdschädigende Verhaltensweisen sind die häufigsten Ursachen für Anfragen beim Psychologischen Dienst.

Die Ursachen sind vielfältig, folgende psychische Störungen sind häufig:

  • Ängste, Zwangsstörungen, Depression
  • Psychosen, Impulskontrollstörungen
  • Verhaltensstörungen, Störungen des Sozialverhaltens
  • Traumafolge- und Belastungsstörungen
  • Anpassungsstörungen, psychosomatische Störungen, Essstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen, Autismus
  • Demenz, Sucht

Auch krisenhafte Ereignisse im Lebenslauf können ein Grund sein, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen:

  • Probleme mit Sexualität und Partnerschaft, Kinderwunsch
  • Ablösung vom Elternhaus, Berufsfindung
  • Probleme mit Teilfunktionsstörungen, Spastik oder Epilepsie

In der Beratung werden mögliche Ursachen geklärt und Wege des Umgangs entwickelt.

Psychologische Diagnostik kann Antworten geben auf Fragen nach dem Entwicklungsstand, dem Intelligenzniveau, Konflikt- und Beziehungsdynamiken, sowie der Art und Schwere einer psychischen Störung. Daraus lassen sich Lösungen für individuelle und zwischenmenschliche Probleme ableiten.

Unser Angebot umfasst:

  • personenzentrierte Beratung für einzelne Bewohner*innen und Teams von Mitarbeitenden
  • vertrauliche Gespräche zur emotionalen Entlastung
  • Hilfe zu Störungsmanagement und Ressourcenentwicklung
  • Konfliktberatung in krisenhaften Lebensphasen
  • interdisziplinäre Zusammenarbeit

Oft geht es nicht um Heilung, sondern um die Minderung und Linderung der Probleme.

Die Räume des Psychologischen Dienstes befinden sich auf dem Hephata-Stammgelände in Schwalmstadt-Treysa und sind für viele Bewohnerinnen und Bewohner fußläufig erreichbar. Die Anfragen erreichen uns meist über die Mitarbeitenden der Wohngruppe, die das Problemverhalten bemerken. Aber auch Mitarbeitende aus Werkstatt, Schule und Tagesförderstätten, sowie Eltern, Ärzt*innen oder die Betreffenden selbst wenden sich an uns.

Zu Beginn werden die Ziele der Beratung erörtert, dann findet eine erste diagnostische Einschätzung statt, um Chancen und Grenzen der Intervention beurteilen zu können. Form und Umfang des Angebots richten sich nach den individuellen Gegebenheiten.

Der Psychologische Dienst arbeitet anfragebasiert, einzelfallbezogen und nach ganzheitlichem Ansatz. Der methodische Zugang wird im Prozess gemeinsam entwickelt. Die Beratung erfolgt vertraulich.

So finden Sie uns

Zentralbereich Gesundheit und Therapie
Psychologischer Dienst
Zum Schwalmblick 1
34613 Schwalmstadt