In unserem Epilepsiezentrum kümmern wir uns speziell um Erwachsene mit epileptischen und nicht-epileptischen Anfallserkrankungen. Unsere Patient*innen betreuen wir in einer ambulanten Epilepsiesprechstunde, unserer Epilepsiestation und ab Sommer 2022 auch mit einem neuen stationären Angebot speziell für Menschen mit Mehrfachbehinderungen. 

Dem Epilepsiezentrum angegliedert ist eine Epilepsieberatungsstelle, zudem kann auf ein eigenes Schlaflabor zurückgegriffen werden. In unserem Haus stehen unter anderem ein modernes MRT und CCT zur Verfügung. Die Untersuchung, Befundung der bildgebenden Diagnostik und eine radiologisch unterstützte Schmerztherapie übernimmt unser Facharzt für Diagnostische Radiologie mit seinem Team.  

Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, der neben der ärztlichen und pflegerischen Behandlung auch die Bereiche Heilpädagogik, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Heilerziehungspflege umfasst. Der Mensch und ein christliches Weltbild stehen dabei im Zentrum unseres Handelns. Wir legen Wert auf einen persönlichen und transparenten Ärzt*innen-Patient*innen-Kontakt. Gemeinsam mit den Patient*innen erstellen wir medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapiepläne. Die meisten unserer Patient*innen begleiten wir über Jahrzehnte. Pro Jahr behandeln wir knapp 350 Menschen mit epileptischen und nicht-epileptischen Anfallsleiden. 

Oberarzt PD Dr. med. Dr. phil. Johannes Rösche, M.A leitet unser Epilepsiezentrum. Dr. Dr. Rösche ist Facharzt für Neurologie und Facharzt für Psychiatrie. Er wechselte im April 2020  vom Klinikum Kassel an die Hephata-Klinik. Dr. Dr. Rösche ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie, der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie, der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde sowie der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Nervenheilkunde und der Christian Knorr von Rosenroth-Gesellschaft. Dr. Dr. Rösche besitzt das Zertifikat Epileptologe, genauso wie Oberarzt Dr. Sirous Javidi.

Unsere Klinik ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Diakonischer Epilepsiezentren (ADEZ) und im Netzwerk „Epilepsie Netz Hessen" vertreten. Wir arbeiten eng mit den Epilepsiezentren der Universitätskliniken Frankfurt Rhein-Main und Marburg zusammen.

Patient*innen aus dem gesamten Bundesgebiet können unsere Behandlung in Anspruch nehmen. Für eine geplante Behandlung und Beratung in unserer Klinik benötigen unsere Patient*innen eine Überweisung ihrer Haus- oder Fachärzt*innen. Notfälle behandeln wir jederzeit.

„Unser Ziel ist die möglichst vollständige Kontrolle der Anfälle bei möglichst geringen Nebenwirkungen der Therapie. Dadurch wird die Beeinträchtigung der Lebensqualität und das Risiko von Komplikationen so gering wie möglich gehalten und die Patienteninnen und Patienten gewinnen wieder mehr Vertrauen in sich und Freude am Leben zurück.“

PD Dr. Dr. Johannes Rösche, Oberarzt Hephata-Klinik

Epilepsie oder Epilepsien

Epilepsien sind Funktionsstörungen des Gehirns, die viele Ursachen haben können. Deswegen spricht man heute nicht mehr von einer Epilepsie als einheitliches Krankheitsbild, sondern von Epilepsien als Oberbegriff für verschiedene Ursachen von epileptischen Anfällen. Davon zu differenzieren sind nicht-epileptische Anfälle.

Die Epilepsien sind eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen, Schätzungen gehen von 40 bis 70 Betroffenen pro 100.000 Einwohnern in Europa aus. Epilepsien können in jedem Alter auftreten, sich aber deutlich in Erscheinungsform und Behandlung unterscheiden. Sehr oft treten sie bei jungen Kindern und bei alten Menschen auf. Bei den jungen Patient*innen stehen meist genetische Mutationen, Schädigungen des Gehirns während der Geburt oder andere Kinderkrankheiten mit Beteiligung des Gehirns im Vordergrund.

Bei den ältere Patient*innen können Schlaganfälle, Hirntumore, Stoffwechselerkrankungen oder degenerative Gehirnerkrankungen wie Alzheimer die Ursache sein. Zudem gibt es Anfälle, die wie epileptische Anfälle aussehen, aber keine sind und aufgrund traumatischer Erlebnisse, wie Gewalterfahrungen, entstehen. Und manchmal gibt es auch einmalige Anfälle, für die keine Erklärung gefunden werden kann: Schätzungen gehen davon aus, dass fünf Prozent aller Menschen einmal in ihrem Leben einen Anfall erleiden, ohne eine Epilepsieform zu entwickeln. PD Dr. Dr. Johannes Rösche, Oberarzt der Hephata-Klinik und Epileptologe: „Nach einem ersten Anfall ist die Wahrscheinlichkeit fünfmal höher, dass es bei einem einmaligen Erlebnis bleibt, als dass es sich um eine Epilepsie handelt. Sieht man aber im Langzeit-EEG einen erneuten Anfall, dann liegt die Wahrscheinlichkeit bei über 70 Prozent, innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre einen erneuten Anfall zu erleben.“