In unserem Epilepsiezentrum kümmern wir uns speziell um Erwachsene mit epileptischen und nicht-epileptischen Anfallserkrankungen. Unsere Patient*innen betreuen wir in einer ambulanten Epilepsiesprechstunde, unserer Epilepsiestation und ab Sommer 2022 auch mit einem neuen stationären Angebot speziell für Menschen mit Mehrfachbehinderungen. 

Dem Epilepsiezentrum angegliedert ist eine Epilepsieberatungsstelle, zudem kann auf ein eigenes Schlaflabor zurückgegriffen werden. In unserem Haus stehen unter anderem ein modernes MRT und CCT zur Verfügung.

Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, der neben der ärztlichen und pflegerischen Behandlung auch die Bereiche Heilpädagogik, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Heilerziehungspflege umfasst. Der Mensch und ein christliches Weltbild stehen dabei im Zentrum unseres Handelns. Wir legen Wert auf einen persönlichen und transparenten Ärzt*innen-Patient*innen-Kontakt. Gemeinsam mit den Patient*innen erstellen wir medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapiepläne. Die meisten unserer Patient*innen begleiten wir über Jahrzehnte. Pro Jahr behandeln wir knapp 350 Menschen mit epileptischen und nicht-epileptischen Anfallsleiden. 

Unsere Klinik ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Diakonischer Epilepsiezentren (ADEZ) und im Netzwerk „Epilepsie Netz Hessen" vertreten. Wir arbeiten eng mit den Epilepsiezentren der Universitätskliniken Frankfurt Rhein-Main und Marburg zusammen.

Patient*innen aus dem gesamten Bundesgebiet können unsere Behandlung in Anspruch nehmen.

Für eine geplante stationäre Behandlung und Beratung in unserer Klinik benötigen unsere Patient*innen eine Überweisung ihrer Haus- oder Fachärzt*innen. Die ambulante Behandlung erfolgt über das MVZ Hephata gGmbH. Hier ist eine Überweisung nicht nötig. Notfälle behandeln wir jederzeit.

„Wir verfolgen mit unserer Behandlung das Ziel, unseren Patientinnen und Patienten eine hohe Lebensqualität und ein selbst bestimmtes Leben mit Epilepsie zu ermöglichen. Dazu zählen die deutliche Reduktion, möglichst auch die umfängliche Kontrolle, der Anfälle und möglicher Nebenwirkungen. “

Dr. Bernd Schade, Chefarzt Hephata-Klinik

Epilepsie oder Epilepsien

Epilepsien sind Funktionsstörungen des Gehirns, die viele Ursachen haben können. Deswegen spricht man heute nicht mehr von einer Epilepsie als einheitliches Krankheitsbild, sondern von Epilepsien als Oberbegriff für verschiedene Ursachen von epileptischen Anfällen. Davon zu differenzieren sind nicht-epileptische Anfälle.

Die Epilepsien sind eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen, Schätzungen gehen von 40 bis 70 Betroffenen pro 100.000 Einwohnern in Europa aus. Epilepsien können in jedem Alter auftreten, sich aber deutlich in Erscheinungsform und Behandlung unterscheiden. Sehr oft treten sie bei jungen Kindern und bei alten Menschen auf. Bei den jungen Patient*innen stehen meist genetische Mutationen, Schädigungen des Gehirns während der Geburt oder andere Kinderkrankheiten mit Beteiligung des Gehirns im Vordergrund.

Bei den ältere Patient*innen können Schlaganfälle, Hirntumore, Stoffwechselerkrankungen oder degenerative Gehirnerkrankungen wie Alzheimer die Ursache sein. Zudem gibt es Anfälle, die wie epileptische Anfälle aussehen, aber keine sind und aufgrund traumatischer Erlebnisse, wie Gewalterfahrungen, entstehen. Und manchmal gibt es auch einmalige Anfälle, für die keine Erklärung gefunden werden kann: Schätzungen gehen davon aus, dass fünf Prozent aller Menschen einmal in ihrem Leben einen Anfall erleiden, ohne eine Epilepsieform zu entwickeln.