Angst- und Panikzustände begleiten Ulla Siebert seit ihrer Kindheit, die sie mit Mitte 20 schließlich zur Alkoholikerin machten. Sie kommt aus einer gutbürgerlichen Familie, macht ihren Schulabschluss und absolviert eine Ausbildung zur Industriekauffrau. Und dennoch, wenn Ulla Siebert abends alleine in ihrer Wohnung ist, überkommen sie ihre Ängste, etwas nicht zu schaffen. „So schlimm, dass ich nicht schlafen konnte. Der Schlafmangel sorgte dann dafür, dass ich mich an der Arbeit kaum konzentrieren konnte“, erinnert sie sich. 

Von einem Arbeitskollegen, dem sie von ihren Ängsten und Überforderungsgefühlen erzählt, erhielt sie den Rat, doch mal einen Schnaps zur Beruhigung zu trinken. „Und endlich: ich bin problemlos eingeschlafen“, sagt sie. Dass das der Anfang eines über Jahre andauernden Teufelskreises werden würde, ahnte sie damals noch nicht. Es dauerte nicht lange, bis Ulla Siebert auch tagsüber immer mehr trank und der soziale Abstieg folgte. Ihr Alkoholkonsum blieb in ihrem Umfeld nicht länger unbemerkt, sie verlor ihre Arbeit, weil sie häufig zu spät kam. Ihre erste Langzeittherapie macht sie mit 25 Jahren. Erfolglos. Erst ein zweiter Versuch zeigt Wirkung: viereinhalb Jahre bleibt sie trocken. Und was danach kommt, ist eine typische Geschichte, wie sie viele Suchterkrankte erleben. 

 

„„Ich wusste, dass ich es in meiner Wohnung, alleine, nicht schaffen würde. Das Marta-Mertz-Haus war und ist meine Rettung.““

Ulla Siebert

Dass sie heute so offen über ihre Suchterkrankung sprechen kann, ist unter anderem dem qualifizierten sozialtherapeutischen und pädagogischen Angebot sowie der Einbindung in das soziale Miteinander im Marta-Mertz-Haus zu verdanken. Hier werden Menschen mit einer Suchterkrankung unterstützt, ein abstinentes Leben zu führen. Ulla Siebert haben dabei auch die Arbeitsangebote der Hephata-Werkstätten geholfen. Nach Einzug in das Wohnhaus besteht zunächst die Möglichkeit an der Beschäftigungstherapie teilzunehmen und dabei Unterstützung zur weiteren Orientierung zu erfahren. Anschließend finden die Bewohner*innen im Idealfall sogar wieder einen Job auf ersten Arbeitsmarkt.

Neben der Arbeit tragen auch die Begegnungen und wöchentlichen Gruppengespräche im Haus dazu bei, ein gesundes Leben zu führen. Die Geschichte von Ulla Siebert zeigt, wie Menschen mit Suchterkrankungen nachhaltig und effektiv geholfen werden kann. Die Angebote Hephatas ermöglichen vom Haushalt, der Arbeit bis hin zur Freizeitgestaltung ein selbstbestimmtes und abstinentes Leben.

Das Spendenprojekt

Um Betroffenen ein abstinentes und selbstbestimmtes Leben ohne Rückfälle zu ermöglichen, braucht es Angebote wie das im Marta-Mertz-Haus der Hephata Diakonie. Die therapeutische und pädagogische Unterstützung gibt den Bewohner*innen Halt und hält sie fern vom Alkohol. 

Daher bitten wir Sie um Ihre Unterstützung! Helfen Sie mit Ihrer Spende Menschen wie Ulla Siebert, die unverschuldet in eine Abhängigkeit geraten sind und ermöglichen Sie ein Leben ohne Sucht.