Neben pädagogischen Fachkräften finden auch Hilfskräfte interessante und herausfordernde Tätigkeiten in den verschiedenen Geschäftsbereichen. Mit einer Ausbildung als Erziehungshelfer*in, Altenpflegehelfer*in, Alltagsbegleiter*in, Sozialassistent*in oder Schulassistent*in haben Sie die Möglichkeit, ins Team Hephata einzusteigen.  Für eine Tätigkeit im pädagogischen Umfeld hat sich auch Sozialpädagogin Elke Spengler entschieden. Sie ist Teamleiterin der Hephata-Jugendhilfe und Schulsozialarbeit im Kreis Hersfeld-Rotenburg.

Manchmal muss aus einem Elefanten nur wieder eine Mücke werden. Häufig geht es auch um Vernachlässigung, Sucht oder psychische Probleme. Immer steht das Wohl von Kindern und Jugendlichen im Fokus. „Zusammen mit den Schüler*innen gehen wir auf die Suche nach Lösungen für ihre Probleme“, sagt Sozialpädagogin Elke Spengler.

Die Schulsozialarbeit im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist seit Januar 2021 Teil des Hephata-Geschäftsbereichs Jugendhilfe. Zuvor war sie ein Aufgabengebiet der gemeinnützigen Berufs- und Jugendhilfe BJH gGmbH. Gesellschafter der gGmbH sind zu gleichen Teilen die Hephata Diakonie und die Stiftung Beiserhaus in Knüllwald-Rengshausen. 

Das Team der Schulsozialarbeit im Kreis Hersfeld-Rotenburg umfasst neun Sozialarbeiter*innen und Sozialpädagog*innen. Elke Spengler: „Wir sind an acht weiterführenden Schulen aktiv und mit einem Drittel unserer Arbeitszeit auch in der offenen Jugendarbeit im Kreis.“ Denn das Projekt wird jeweils zu einem Drittel von den Einzugsgemeinden der jeweiligen Schulen, dem Landkreis und dem Staatlichen Schulamt finanziert. Die Arbeit findet in enger Abstimmung mit dem Landkreis statt. „Wir verstehen unsere Arbeit als ein Aufgabengebiet der Jugendhilfe, die im Unterricht und im Freizeitbereich der Schule sowie im schulischen Umfeld stattfindet und Benachteiligungen von Kindern und Jugendlichen verhindert und abbaut“, sagt Spengler.

„Wir machen nichts über die Köpfe der Kinder und Jugendlichen hinweg, sondern alles gemeinsam.“

Ursula Schroeter, Sozialpädagogin

In den jeweiligen Schulen haben die Kolleg*innen ihre Büros, hier bieten sie Beratung und Unterstützung für Schüler*innen, Lehrer*innen, Eltern und Sorgeberechtigte an. Entweder in Einzel- oder Gruppenterminen, nur einmal oder auch über eine längere Zeit. Manchmal vermitteln sie auch an ein Netzwerk weiterführender Hilfen wie Beratungsstellen oder Vereine. Die Schulsozialarbeit ist für die Ratsuchenden kostenlos, auf Wunsch anonym und vertraulich.

„Wir machen nichts über die Köpfe der Kinder und Jugendlichen hinweg, sondern alles gemeinsam“, sagt Ursula Schroeter. Sie arbeitet seit mehr als 18 Jahren mit Kindern und Jugendlichen. „Oft kommen die ersten Informationen von den Lehrer*innen, dass sie eine Schülerin nicht mehr erreichen oder ein Schüler sich stark verändert hat, beispielsweise im Unterricht sehr müde ist, viele Fehlzeiten hat.“ Dann versuchen Ursula Schroeter und ihre Kolleg*innen Kontakt aufzunehmen, telefonisch, per Brief, gegebenenfalls auch mit einem Hausbesuch.

Die Probleme sind so verschieden wie die Menschen: Es kommen Mädchen und Jungen, von der fünften Klasse bis zur Oberstufe, aus allen sozialen Schichten und Kulturen. Konflikte in der Familie sind ein großes Thema: die Trennung der Eltern, der Verlust des Arbeitsplatzes oder Drogenkonsum, Gewalt und Überforderung in der Erziehung. Aber auch die eigene Handy-, Spiel- und Cannabissucht oder Mobbing. Oft geht es um fehlende Kommunikation und Konfliktlösungsstrategien.

Hinzu kommen die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Dirk Schulze-Hoppe macht seit 22 Jahren Schulsozialarbeit: „In den letzten Monaten sind viele Schüler*innen im Distanzunterricht verloren gegangen. Es ging mehr um das Ich als um das Wir. Das wird jetzt, wo die Schüler*innen zurück im Präsenzunterricht sind, auch in den Klassen deutlich. Ich bin bereits von zwei Klassenleitungen angesprochen worden, mit der jeweils gesamten Klasse zu arbeiten. Dabei geht es darum, dass einzelne Schüler*innen gemobbt werden oder statt miteinander, gegeneinander gearbeitet wird.“

Dirk Schulze-Hoppe versucht mit Erlebnispädagogik auf den Sport- und Grünanlagen der Schule Gegenakzente zu setzen. „Manchmal ist es auch wichtig, einen anderen Rahmen zu bieten. Dann treffe ich mich mit den Schüler*innen nachmittags im Jugendhaus.“ Oder er und seine Kolleg*innen helfen in den jeweiligen Gemeinden bei den Ferienfreizeiten mit, um so in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen zu kommen und zu bleiben, die ihnen auch wieder in der Schule begegnen.

Im Idealfall führt das zu einem Vertrauensverhältnis, das auch schwierige Konflikte zu meistern hilft. Ursula Schroeter erinnert sich an die Zusammenarbeit mit einem Jugendlichen, der Angst vor seinem Coming-out hatte. „Ich bin von der Lehrerin um Hilfe gebeten worden, weil der Schüler im Unterricht total neben der Spur, fast schon panisch war. Ich habe ihn mit in mein Büro genommen und wir sind ins Gespräch gekommen. Es kam heraus, dass er hauptsächlich Angst vor der Reaktion seines Vaters hat.“ Ein halbes Jahr hat Ursula Schroeter mit dem Jugendlichen zusammen gearbeitet, dann auch mit ihm gemeinsam das Gespräch mit der Familie geführt. „Dem Schüler, der nicht mehr an der Schule ist, geht es heute gut. Er kann Kontakt zu seinem Freund haben, der Vater hat seine Homosexualität akzeptiert.“

Nicht immer laufen die Beratungen so positiv ab, aber doch oft. „Ich habe neulich durch Zufall einen ehemaligen Schüler getroffen. Er hat sich bei mir bedankt, dass ich damals so hartnäckig gewesen bin“, sagt Dirk Schulze-Hoppe. „Er war in der Abschlussklasse, hatte keine Orientierung. Doch er hat seinen Schulabschluss geschafft und macht jetzt eine Ausbildung. Gemeinsam haben wir einen Weg gefunden. Das ist meine Erfahrung: Es gibt für fast jedes Problem eine Lösung, wenn man bereit ist, Hilfe anzunehmen.“

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