Hephata - Spendenprojekt
 
 
 
 
 
 
 
 

Beratung für Epilepsie-Patienten

Immer wieder kribbelt es in seinem linken Bein. Für Michael P. ist es das Zeichen, schnell eine Sitzgelegenheit zu suchen, bevor er wieder das Gleichgewicht verliert und stürzt. Michael P. lebt mit Epilepsie.

Bei ihm ist es eine leichte Form – die Anfälle kündigen sich an und er behält dabei sein Bewusstsein. Trotzdem ist seine Krankheit mit großen Einschränkungen für ihn verbunden, denn er darf zum Beispiel kein Auto fahren.

Als er die schwere Diagnose erhält, ist er noch jung. Gerade 18 Jahre alt und im dritten Lehrjahr seiner Ausbildung zum Tischler. In dem Beruf, in dem er gerne arbeitet, muss er oft lange stehen. Darauf schiebt Michael P. seine wackeligen Beine anfangs und legt öfter eine Pause ein. Eines Tages jedoch krampft sein Bein, während er einen Holzbalken trägt, und Michael P. bricht zusammen. Bei der Untersuchung im Krankenhaus stellt sich dann heraus, dass er eine winzige Verletzung im Gehirn hat, die diese Symptome auslösen.

Die Diagnose Epilepsie ist für den jungen Mann ein Schock. Auch in dieser milden Ausprägung stellen sich ihm zunächst viele Fragen: Wie kann er sich auf den nächsten Anfall vorbereiten? Wie solle es nun beruflich weitergehen? Kann er überhaupt weiter arbeiten? Und was für Einschränkungen bringt die Krankheit allgemein mit sich?

Diese und viele weitere Fragen von Patienten beantwortet in der Hephata-Klinik Birgit Neif. Sie arbeitet in der Beratungsstelle und ist für die Aufklärung der Patienten und der Angehörigen zuständig. Die Sozialarbeiterin nimmt sich für die Patienten die nötige Zeit. Sie ist einfühlsam und zeigt Lösungen auf, die den Patienten helfen, wieder einen geregelten Alltag zu finden. „Es macht mir Freude, mit Menschen eineBeziehung aufzubauen und ihnen ihre Ängste zu nehmen. Oft gibt es einfache Lösungen für Probleme. Die finde ich dann mit den Patienten gemeinsam“, berichtet sie von ihrer Arbeit. Neif geht individuell auf die Nöte der Patienten ein und hilft beispielsweise bei der Risiko-Analyse für den Arbeitgeber oder bei Antragsstellungen bei der Krankenkasse.

Michael P. ist zunächst unsicher, wie es für ihn weitergehen soll. Seine Krankheit ist unsichtbar für andere und unberechenbarfür ihn selbst. Das macht den Umgang mit der Diagnose für den jungen Erwachsenen so schwierig. Durch die Beratung von Birgit Neif erhält er Schritt für Schritt mehr Selbstsicherheit. Seinen Beruf als Tischler kann er nicht mehr ausüben.

Nach der Diagnose Epilepsie das Leben wieder in den Griff bekommen

Er entscheidet sich für eine Umschulung und ist heute erfolgreich im Bereich Innenarchitektur tätig. Hier arbeitet er im Sitzen und bemerkt im Alltag kaum eine Einschränkung durch seine Krankheit. Mit Medikamenten und durch die Gespräche in der Epilepsie-Beratungsstelle Hephatas hat der junge Mann sein Leben wieder fest im Griff.

Für viele Menschen ist die Diagnose Epilepsie jedoch ein schwerer Schicksalsschlag. Jede Anfallsform bedeutet eine Einschränkung, mit der man lernen muss, umzugehen. Mitunter leben die Patienten in ständiger Angst davor, einen Anfall zu erleiden. Sie sind dann machtlos gegenüber der Krankheit und verlieren die komplette Kontrolle über den eigenen Körper. Neben der medizinischen Versorgung brauchen sie deshalb immer wieder dringend eine professionelle Beratung, wie sie mit der Krankheit im Alltag umgehen können.

Wir wollen weiterhin für alle Epilepsie-Patienten da sein - doch leider gibt es keine Finanzierung für die sychosoziale Beratungsstelle. Die Beratungsstelle soll für Patienten kostenlos bleiben. Deshalb bitten wir Sie ganz herzlich um Ihre Unterstützung! Mit Ihrer Spende können Sie vielen Epilepsie- Patienten wie dem jungen Michael P. neue Perspektiven schenken!

06.03.2019