Hephata - Spendenprojekt

Moderne Ausbildung für Jugendliche mit Förderbedarf

In der Werkstatt arbeiten einige junge Männer an ihren Werkbänken. Sie bohren, kanten oder fräsen Werkstücke aus Metall. Ein Auszubildender übt gerade das Schweißen. Allerdings ganz ohne laute Geräusche und Funkenflug.

Der Auszubildende, der gerade bei Ausbilder Holger Rosner Einzelunterricht im Schweißen erhält, hat zwar die übliche Schweißblende vor dem Gesicht und einen Brenner in der Hand. Doch in dem Helm steckt ein Monitor und vor ihm befindet sich kein Metall, sondern ein Stück Plastik. Sobald er durch die Maske schaut, sieht er den Brenner und das Plastik verwandelt sich virtuell in ein Stück Metall. Sein Ausbilder kontrolliert die Ergebnisse, die der junge Mann mit dem Schweiß-Simulator erzielt, auf einem separaten Bildschirm.

Mit dem Simulator übt der Auszubildende die Grundlagen des Schweißens, bevor er sie am realen Metall anwendet. Holger Rosner erklärt: „Dieses Vorgehen hat viele Vorteile. Jugendliche mit einer Lernschwäche sind eher praktisch veranlagt. Sie lernen also beim Arbeiten. Am Simulator können wir eine Übung beliebig oft wiederholen.“

Somit können auch Jugendliche mit Konzentrationsschwäche individuell an sich und ihren Fähigkeiten arbeiten. Zudem verringert sich bei der Simulation des Schweißens das Sicherheitsrisiko enorm und die hohen Kosten für Material zum Üben werden eingespart.

Am Simulator beliebig oft üben

Für die Auszubildenden bedeutet das Üben mit dem Simulator aber vor allem einen großen Vorteil für eine spätere Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Schweißen ist ein komplexes Handwerk und Fachkräfte sind in diesem Bereich sehr gefragt.

Dadurch, dass die Auszubildenden öfter üben können, lernen sie schneller und können auch schwierige Aufgaben erledigen. „Der Simulator ermöglicht es, auf verschiedenen Leistungsstufen zu trainieren. Das spornt die Jugendlichen zusätzlich an, sich zu verbessern“, erklärt Ausbilder Rosner.

Der Simulator kann und soll zwar nicht die Übung mit dem richtigen Brenner und das Gefühl für Metall und Hitze beim Schweißen ersetzen. Er dient aber dazu, die Auszubildenden auf das Schweißen vorzubereiten.

Hephata bietet schon seit vielen Jahren Ausbildungsplätze für benachteiligte Jugendliche, die aus schwierigen Verhältnissen kommen. Manche sind sozial auffällig, andere benötigen aufgrund von Lernbehinderungen spezielle Förderung. Die Ausbildung bei Hephata wird sowohl von qualifiziertem Fachpersonal als auch von zahlreichen Sozialpädagogen begleitet. Darüber hinaus erhalten die Auszubildenden einen individuellen Förderunterricht in der sonderpädagogisch ausgerichteten Berufsschule Hephatas.

Die Qualität unserer Ausbildung soll stetig steigen, damit die jungen Leute möglichst große Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Daher investieren wir in moderne Geräte mit digitaler Anbindung, die für die Auszubildenden viele Vorteile mitbringen. Die Finanzierung dieser Angebote stellt leider ein großes Problem dar: Die Arbeitsagenturen verfügen Jahr für Jahr über geringere Budgets für die berufliche Bildung benachteiligter Jugendlicher. Derzeit ist der Simulator nur eine Leihgabe des Herstellers zum Testen. Zum Start des neuen Ausbildungsjahres sollen alle Auszubildenden der Hephata Berufshilfe die Möglichkeit eines solchen Trainings erhalten.

Helfen Sie mit Ihrer Spende jungen Menschen, in deren Leben nicht immer alles rund gelaufen ist. So ermöglichen Sie, dass sie eine berufliche Perspektive erhalten. Jeder Euro unterstützt Jugendliche, die eine Chance auf eine qualifizierte Ausbildung benötigen.

Damit auch im nächsten Lehrjahr benachteiligte Jugendliche eine Perspektive erhalten und motiviert durchstarten können. Für einen Schweiß-Simulator benötigen wir rund 30.000 Euro – insgesamt investieren wir ein Vielfaches in die individuelle Förderung und damit in die Zukunft benachteiligter Jugendlicher.

Durch Ihre Mithilfe erhalten benachteiligte Jugendliche bei Hephata eine ganz neue Perspektive für die Zukunft!

18.09.2019