Spendenprojekt-Richerode

Spendenprojekt

Inklusion und artgerechte Tierhaltung

Immer mehr Menschen erkennen, dass industrielle Massentierhaltung nicht nur Tiere, sondern auch Menschen ausbeutet. Auf dem Hofgut Richerode setzen wir dagegen auf artgerechte Tierhaltung und geben Menschen mit Unterstützungsbedarf eine Arbeit mit Sinn.

Tobias Berg hat seine Balance gefunden. Wenn er draußen bei den Tieren ist, sind Kopf, Herz und Körper im Gleichgewicht. Mit der landwirtschaftlichen Ausbildung auf dem Hofgut Richerode erfüllt sich für den 22-Jährigen ein Traum. Vertrauensvoll kommen die Rinder heran, wenn Tobias Berg sich am Weidezaun hinsetzt, um eine kleine Pause zu machen und jedes einzelne Tier anzuschauen. Den Rindern geht es auf der großen Weide gut und Tobias Berg trägt jeden Tag dazu bei, indem er die Tränken auffüllt und die Weidezäune kontrolliert. Vor zwei Jahren glaubte niemand, dass Tobias eine landwirtschaftliche Ausbildung meistern würde. Um seine Heimatstadt Soest fand sich kein Arbeitgeber, der dem Realschul-Abgänger eine Chance geben wollte. Denn Tobias hat eine angeborene Spastik, die seine Bewegungen und seinen Gleichgewichtssinn einschränkt. Auch Wahrnehmungsschwierigkeiten erschweren ihm die Bedingungen für eine Ausbildung im Regelbetrieb. In Richerode hingegen kann er im eigenen Tempo lernen und arbeiten.

Tobias Berg bei seiner Arbeit auf dem Hofgut Richerode.

Das Hofgut Richerode ist einer von sechs landwirtschaftlichen Projektbetrieben der Hephata Diakonie. Hier arbeiten 50 Menschen mit geistigen Behinderungen. Der Betrieb bewirtschaftet 170 Hektar Fläche, 180 Schweine, 98 Rinder, 460 Hühner. Alle Tiere haben Auslauf und auch im Stall ausreichend Platz. Unser Futter entspricht Biostandards – ganz gleich ob selbst hergestellt oder zugekauft. All dies gebietet unser Respekt vor der Schöpfung. Viele, die hier arbeiten, wohnen auch in der inklusiven Hofgemeinschaft. Diese Gemeinschaft, zu der jeder nach seinen Fähigkeiten sinnvoll beitragen kann, ist überregional einzigartig. Unsere Bio-Lebensmittel, die unter der Marke FÜR UNS in den Hephata-Betrieben erzeugt werden, erfreuen sich hessenweit großer Beliebtheit. Ökologie und Fairness sind dabei für uns unverzichtbar. Wir tragen Verantwortung für die Schöpfung, indem wir auf chemische Dünger verzichten und unsere Tiere konsequent artgerecht halten. Für die Ausstattung der Arbeitsplätze von Menschen mit Behinderungen und für die Bioland-zertifizierte Viehhaltung bitten wir daher um Ihre Unterstützung.

22.09.2020