Beratung für MS-Patienten

Hilfe nach schwerer Diagnose

Die Krankheit mit tausend Gesichtern - so wird Multiple Sklerose (MS) oft genannt. Symptome und Verlauf bei MS können sehr verschieden sein.  Alle Betroffenen von dieser schweren Diagnose brauchen aber eine Beratung im Umgang mit der Krankheit im Alltag.

"Neben der medizinischen Betreuung ist die Beratung und Begleitung im Alltag sehr wichtig für die Patient*innen", sagt Andrea Mangold. Sie leitet die MS-Beratungsstelle der Hephata-Klinik, die einzige dieser Art zwischen Marburg und Kassel.


Auf ihre Hilfe war auch Sandra R. (Name geändert) angewiesen. Bei der 24-Jährigen fing es mit Sehstörungen an, die zunächst nur einige Tage anhielten. Sie sah alles doppelt und zum Teil sehr verschwommen. Die junge Frau führte das auf íhren Job im Büro und die lange Arbeitszeit am Bildschirm zurück. Als die Beschwerden jedoch öfter auftraten und Konzentrationsstörungen hinzukamen, holte sie sich medizinischen Rat ein. Die Diagnose war für die junge Mutter ein Schock. Viele ungeklärte Fragen zum Umgang mit der Krankheit, zu ihrer beruflichen Zukunft und zur Finanzierung des gerade begonnenen Hausbaus schossen ihr direkt durch den Kopf.


Durch die ganzheitliche Beratung von Andrea Mangold erhält sie eine Idee, wie es für sie in Zukunft weitergehen kann. MS ist neben der Epilepsie eine der häufigsten neurologischen Krankheiten bei jungen Erwachsenen. Wie Sandra R. befinden sich daher viele der Ratsuchenden in einer Lebensphase, in der es um Berufsausbildung und -findung, um die Gründung einer Familie oder auch um langfristige finanzielle Verpflichtungen wie einen Hausbau geht. „Da sind Leidensdruck und Ängste oft groß. Ich versuche, die Angst zu mindern und Perspektiven zu zeigen, auch weiterführende Hilfen zu vermitteln, beispielsweise um einen Reha-Antrag zu stellen“, erklärt die erfahrene Beraterin ihre Herangehensweise.

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Betroffene erhalten Hilfe in der Hephata-Beratungsstelle

Die Hephata-Klinik in Schwalmstadt-Treysa ist ein von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (dmsg) zertifiziertes regionales MS-Zentrum. Hier bekommen MS-Betroffene, deren Familien und Freunde seit 15 Jahren kostenlos Hilfe. Andrea Mangold betreut rund 200 MS-Patient*innen im Jahr. „Die meisten begleite ich über Jahre hinweg. Erstmal versuche ich, Betroffenen möglichst viele Informationen zu Erkenntnissen der Forschung, zu neuen Therapien und Medikamenten zu geben, damit sie selbstbestimmt mitentscheiden können“, so die die 55-Jährige. Sie ist gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin und hat eine MS-Fachausbildung absolviert. Daraus ergibt sich auch das breite Unterstützungsspektrum, das sie anbieten kann.

In der Beratungsstelle kommen deswegen auch Themen auf den Tisch, die sonst nicht so leicht angesprochen werden: „Die meisten Betroffenen in der Beratungs- stelle sind beim ersten Kontakt zwischen 18 und 35 Jahren alt.“ Die Krankheit ist nicht heilbar, jedoch kann der Verlauf durch verschiedene Maßnahmen oft günstig beeinflusst werden. Andrea Mangold ist daher zuversichtlich, allen Betroffenen, die zu ihr kommen, eine gute Therapiemöglichkeit anbieten zu können: „In den letzten Jahren hat sich sehr viel in der MS-Therapie getan - neue Medikamente sind auf den Markt gekommen. Es gibt mehr Behandlungsmöglichkeiten und dadurch weniger Einschränkungen. Mit der richtigen Therapie haben MS-Erkrankte eine viel bessere Lebensqualität als noch vor 15 Jahren.“, so Andrea Mangold.


Wir wollen weiterhin für Patient*innen wie Sandra R. da sein. Öffentliche Mittel reichen zur Finanzierung der wichtigen Anlaufstelle für Menschen mit der Diagnose MS aber bei weitem nicht aus und das Beratungsangebot soll für Betroffene kostenlos bleiben. Deshalb bitten wir Sie um Ihre Unterstützung für die Arbeit in der Beratungsstelle unserer Klinik.

Mit Ihrer Spende können Sie vielen MS-Patient*innen wie Sandra R. neue Perspektiven schenken!