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Ehemalige Heimkinder - Schreiben Sie uns!

800.000 Kinder und Jugendliche waren nach Schätzungen zwischen 1950 und den 70er Jahren in Deutschland in Erziehungsheimen untergebracht.

Etwa zwei Drittel davon lebten in Einrichtungen der kirchlichen Wohlfahrt oder von Ordensgemeinschaften. Sowohl in diesen als auch in den staatlichen Einrichtungen und den Heimen anderer freier Träger herrschten für heutige Verhältnisse indiskutable materielle und pädagogische Rahmenbedingungen. Zahlreiche in Heimen lebende Kinder und Jugendliche wurden misshandelt, entwürdigt und zur Arbeit gezwungen. „Auch die Heimerziehung in Hephata litt unter den miserablen Finanzierungs- und Personalbedingungen und einem repressiven Erziehungsideal der damaligen Zeit. Die Konfrontation damit und der verantwortungsvolle Umgang mit Betroffenen sind uns eine Verpflichtung, auch um persönlich entlastende Aufarbeitungen versuchen zu können“, sagt der ehemalige Hephata-Direktor Pfarrer Peter Göbel-Braun. Er ist 2015 in Ruhestand gegangen, steht ehemaligen Heimkindern aber nach wie vor als Ansprechpartner zur Verfügung.

Nehmen Sie Kontakt zu uns auf!

Aus diesem Grund hat Hephata Diakonie diese Rubrik eingerichtet. Sie soll die Arbeit des im Februar 2010 in Berlin gegründeten Runden Tisches „Heimerziehung“ unterstützen, der bis Ende 2010 die Geschichte der Heimerziehung in der frühen Bundesrepublik aufgearbeitet und einen Vorschlag zur Entschädigung ehemaliger Heimkinder unterbreitet hat. Dem Runden Tisch gehörten Vertreter der Heimkinder, der Kirchen, von Bund und Ländern, Wissenschaftler sowie Jugendhilfe-Experten an. Bislang haben sich 400 ehemalige Heimkinder gemeldet. Auch Hephata Diakonie hat Kontakt zu sechs Ehemaligen der Jugendhilfe herstellen können, denen damals Leid zugefügt wurde. Einige sind zu Gesprächen bereit, auch zu Besuchen in Hephata. Andere erwarten Hilfe bei der Spurensuche in den Archiven und wieder andere suchen das seelsorgerliche Gespräch.

„Wir hoffen, dass sich möglichst viele ehemalige Heimkinder mit uns in Verbindung setzen und uns ihre Lebensgeschichte und Erfahrungen erzählen“, so Göbel-Braun. Nur so könne sich die heutige Einrichtung selbst ein umfassendes Bild des damaligen Geschehens machen. Zu diesem gehöre auch die Tatsache, dass längst nicht alle Heimkinder Gewalt erlitten haben, sondern viele auf ein selbstbestimmtes Leben gut vorbereitet werden konnten – was ebenfalls Erzählungen ehemaliger Heimkinder Hephatas zu entnehmen ist. Zudem hat sich seit den 70er Jahren die Jugendhilfe grundsätzlich gewandelt. Die Bedingungen von damals sind heute nicht mehr vorstellbar. Kinder, Jugendliche, Eltern und Vertreter der öffentlichen Jugendhilfe werden heute aktiv in die Erziehungsarbeit einbezogen. Denn Transparenz und Partizipation sind wichtige Grundhaltungen, damit sich Kinder und Jugendliche verstanden fühlen. So gehören in der Jugendhilfe Hephatas beispielsweise die Mitwirkung der Kinder- und Jugendvertretung seit 1975 zu einem der fachlichen Standards, genauso wie ein umfangreiches Qualitätsmanagement und eine fundierte Ausbildung der Betreuer.

Treten Sie mit uns in Kontakt! Die neue Rubrik kann auf Wunsch auch anonym genutzt werden. Sie allein entscheiden, ob Sie Ihre Geschichte nur Hephata Diakonie mitteilen möchten oder auch im Gästebuch veröffentlicht wissen wollen. Eine Kontaktaufnahme von Hephata erfolgt nur dann, wenn die Betroffenen dies wünschen.