Hephata - Nachrichten

Hephata setzt auf Dialog und Qualität

Vorstand kündigt umfassende Qualitätsinitiative an und berichtet über positive Entwicklungen im Bereich Behindertenhilfe

Hephata will noch in diesem Jahr eine bereichsübergreifende Qualitätsinitiative starten. Das kündigte die diakonische Einrichtung heute am Rande einer Dialogveranstaltung mit Angehörigen von Bewohnerinnen und Bewohnern im Bereich Behindertenhilfe an. Der gemeinnützige Verein will damit über Einzelmaßnahmen hinaus die Qualität seiner Arbeit in unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen dauerhaft sicherstellen. Welche Einzelmaßnahmen in der Behindertenhilfe bereits jetzt konkret greifen, war Thema des Treffens.

Zur geplanten Qualitätsinitiative erklärte der für die Behindertenhilfe zuständige Hephata-Direktor Peter Göbel-Braun gegenüber den Angehörigen: „Vor allem dort, wo in den letzten Monaten Probleme aufgetaucht waren, geht es darum, die neu angestoßenen Optimierungsprozesse auf ihre Wirksamkeit zu prüfen und ihre Nachhaltigkeit zu sichern“. Doch auch andere Geschäftsbereiche sollen Anregungen zur Qualitätssicherung sammeln. Koordiniert wird die Initiative vom neuen Sprecher des Hephata-Vorstands, Pfarrer Maik Dietrich-Gibhardt, der im Laufe der nächsten Wochen Details dazu bekannt geben werde. „Wichtig ist uns“, so Pfarrer Göbel-Braun, „dass es eine unabhängige, externe Qualitätssicherung gibt, die alle von uns konzipierten Maßnahmen noch einmal genau unter die Lupe nimmt und uns gleichzeitig hilft, uns ständig weiterzuentwickeln.“

Göbel-Braun kündigte diese Qualitätsinitiative heute erstmals bei einem Treffen mit Angehörigen aus der Behindertenhilfe auf dem Hephata-Stammgelände in Schwalmstadt an. „Über Jahre hinweg hat sich unsere Behindertenhilfe einen hervorragenden Ruf erarbeitet“, stellte Göbel-Braun fest. Als umso bedauerlicher habe er es empfunden, dass im Herbst vorigen Jahres in mehreren Wohnbereichen Fehler, vor allem in den Dokumentationen, festgestellt worden sind. Seinerzeit hatte der Hephata-Vorstand umfassende und ständige Verbesserungen angekündigt, am heutigen Freitag nun im Rahmen eines „Statusberichtes“ darüber mit Angehörigen gesprochen. Göbel-Braun zusammenfassend: „Wir sind gemeinsam auf einem guten Weg.“

Gemeinsam bedeute laut Göbel-Braun, dass Hephata alle Verbesserungsprozesse in enger Abstimmung mit der Betreuungs- und Pflegeaufsicht sowie dem Landeswohlfahrtsverband als Kostenträger angestoßen habe. Ebenso wichtig sei Hephata die Zusammenarbeit mit den Angehörigen – vor allem mit dem offiziell gewählten Angehörigenbeirat, aber auch mit dem Angehörigenstammtisch. „Deshalb macht es Sinn, dass wir uns heute bei dieser Dialogveranstaltung treffen“, begrüßte das Vorstandsmitglied die Teilnehmenden und dankte für jede konstruktiv-kritische Begleitung der Arbeit von Hephata. „Viele Anregungen und Beobachtungen sind für unsere Tätigkeit wichtig und hilfreich, einige Punkte bewerten wir jedoch auch anders“, sagte der Hephata-Direktor. Gerade deshalb seien Dialoge wie der heutige wichtig.

Den ausführlichen Bericht gab anschließend Anne Wippermann als Leiterin der Hephata-Behindertenhilfe. „Mit Blick auf die Fehler, die im vorigen Herbst sichtbar geworden sind, haben wir eine Reihe von Vereinbarungen getroffen, um unsere Leistungsqualität für die Zukunft deutlich zu verbessern“, erläuterte Wippermann. Sie ging konkret auf die einzelnen Themenbereiche ein, in denen es seit dem Herbst Veränderungen gab:

  • Dokumentation: Die Umstellung auf ein neues, für die Belange der Behindertenhilfe spezifiziertes Dokumentationssystem sei in vollem Gange und könne voraussichtlich bis zum Sommer abgeschlossen werden, so Wippermann. Es habe bereits erweiterte Schulungen gegeben, eine begleitende Arbeitsgruppe wurde eingesetzt. Die neue Dokumentation werde für zirka 700 Personen in allen Wohnbereichen eingeführt, zusätzlich für einige Bereiche der Werkstätten (etwa 650 Personen) und in den offenen Hilfen.
  • Beschwerdemanagement: Die bestehenden Strukturen seien überprüft und aktualisiert worden, erklärte Wippermann. Mit Claudia Wagner-Zängler stellte sich die neue Beschwerdemanagerin den Angehörigen persönlich vor. Alle 1.100 gesetzlichen Betreuer seien bereits schriftlich über die neue Beschwerdestelle informiert worden, die Anregungen und Beobachtungen zur Arbeit in der Behindertenhilfe sammeln und für schnelle und unbürokratische Lösungen sorgen soll.
  • Mitarbeitendenfluktuation / -einsatz: „Aufgrund der inzwischen erfolgten Besetzung vakanter Stellen mit Mitarbeitenden mit unbefristeten Arbeitsverträgen ist für die Zukunft wieder eine höhere Kontinuität zu erwarten“, sagte Wippermann. Mit dem Landeswohlfahrtsverband gebe es einen Austausch zu Fragen der Personalbesetzung, berichtete Wippermann – insbesondere Wochenenddienste würden deutlich verstärkt.
  • Medikamentenvergabe: Alle Wohnverbünde, die voriges Jahr von der Betreuungs- und Pflegeaufsicht geprüft wurden, seien intern noch einmal systematisch kontrolliert und optimiert worden, so Wippermann. Nun würden noch die übrigen Bereiche folgen. „Es gab bereits mehrere zusätzliche Schulungen zum Umgang mit Arzneimitteln, an denen bislang fast 500 Mitarbeitende teilgenommen haben“, berichtete Wippermann. Der interne Leitfaden zum Umgang mit Arzneimitteln sei überarbeitet worden, weitere Schulungen für alle Mitarbeitenden folgen.

Laut Direktor Göbel-Braun gelte weiterhin für alle diese Einzelmaßnahmen und die geplante Qualitätsinitiative die Aussage des Hephata-Vorstandes vom November vorigen Jahres, als ein erstes Treffen in ähnlicher Konstellation wie am Freitag stattfand: „Wir müssen besser werden - immer wieder.“

11.04.2014