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Zwischen Wäschebergen und Waffelteig

Der Geschäftsbereich Wirtschaft und Versorgung hält im Hintergrund einen Alltag am Laufen, der erst dann auffällt, wenn etwas fehlt. Gleich an zwei Tagen macht die Roadshow hier Station – beste Gelegenheit, Hephata einmal ganz anders zu erzählen.

 

Treysa – Man kann Hephata auch in anderen Einheiten erzählen. In 372.344 Essen zum Beispiel. In 424 Tonnen Wäsche. In 9000 Bestellungen, 1825 Übernachtungen oder 127 Veranstaltungen. Und manchmal auch in einer Schüssel Waffelteig, einem Blech Nussecken und ziemlich vielen Tassen, die nach einer Station des Backmobils wieder gespült werden müssen.

Hinter diesen Zahlen steckt der Geschäftsbereich Wirtschaft und Versorgung. Ein Name, unter dem sich erst einmal erstaunlich schwer vorstellen lässt, wie viel Hephata-Alltag darin steckt. Tatsächlich reicht er von der zentralen Küche über Wäscherei, Raumpflege und Einkauf bis zu Cafeteria, Café Vielfalt und SB-Laden. Auch die Fundgrube mit gespendeten Second-Hand-Textilien und Haushaltswaren gehört dazu. Und wer für eine Familienfeier oder ein Trauercafé Bewirtung braucht, landet ebenfalls hier.

Am eindrucksvollsten lässt sich die Dimension vielleicht dort begreifen, wo gekocht wird. In der zentralen Küche stehen keine Töpfe für vier oder sechs Personen auf dem Herd. Hier geht es jeden Tag darum, Essen für viele unterschiedliche Menschen an viele unterschiedliche Orte zu bekommen: in Wohngruppen, Werkstätten und die Klinik, aber auch in Schulen und andere Einrichtungen außerhalb Hephatas. Kochen allein reicht dafür nicht.

Feste Abläufe, gute Kommunikation und eine Menge Organisation.

Bestellungen laufen in der Versandabteilung ein, werden ausgewertet und müssen anschließend richtig zugeordnet werden. Besonders aufwendig wird es bei Menschen, die auf spezielle diätetische Mahlzeiten angewiesen sind. Diese Essen werden gesondert zubereitet und portioniert, mit Namen und Wohnort gekennzeichnet und anschließend für den Transport bereitgestellt. Dass am Ende das richtige Essen beim richtigen Menschen ankommt, braucht feste Abläufe, gute Kommunikation und eine Menge Organisation. Aber auch die langjährige Erfahrung der Mitarbeitenden und das Kennen der Klienten-/Kundenvorlieben trägt zu einem guten Ergebnis bei.

Und während vorne vielleicht gerade Mittag gegessen wird, dreht sich an anderer Stelle längst der nächste Kreislauf.

Mehrmals in der Woche kommt Bewohnerwäsche in die Wäscherei. Jedes Stück ist mit dem Namen der jeweiligen Bewohnerin oder des Bewohners gekennzeichnet, damit es nach dem Waschen wieder dort landet, wo es hingehört. Gleichzeitig kümmert sich die Wäscherei um Berufsbekleidung und deren Reparatur. 424 Tonnen Wäsche kamen 2025 zusammen.
Auch die anderen Bereiche greifen ineinander. Der Einkauf besorgt, was Küche, Wäscherei und weitere Arbeitsfelder benötigen. Reinigungskräfte sorgen täglich in Wohn- und Arbeitsbereichen für Sauberkeit und Hygiene. 102 öffentliche und 37 Wohnbereiche standen 2025 auf ihrer Liste.

Vieles ist Arbeit, die kaum jemand bemerkt, solange sie funktioniert

Und dann gibt es die Stellen, an denen Wirtschaft und Versorgung ganz unmittelbar begegnet. Im SB-Laden etwa, wo Bewohnerinnen und Bewohner selbst einkaufen können. Andere Waren werden zusammengestellt und in die Wohngruppen gebracht. In der Fundgrube gibt es Kleidung, Haushaltsartikel oder Bücher aus zweiter Hand für kleines Geld. Vieles davon ist Arbeit, die kaum jemand bemerkt, solange sie funktioniert.

Das gilt für saubere Wäsche genauso wie für ein Mittagessen, das pünktlich ankommt, für gereinigte Räume oder eine Bestellung, bei der nichts fehlt. Der Geschäftsbereich selbst schaut deshalb auch auf Rückmeldungen seiner Kundinnen und Kunden. Vergleichsweise wenige Reklamationen gelten dort als Zeichen dafür, dass die vielen Abläufe funktionieren.

Und irgendwo zwischen Hunderttausenden Essen und Hunderten Tonnen Wäsche steht dann wieder eine vergleichsweise kleine Schüssel. Darin: Waffelteig fürs Backmobil. Daneben warten Nussecken auf die nächste Tour. Später kommen die Tassen, Teller und Kuchengabeln zurück. Auch so lässt sich Wirtschaft und Versorgung erzählen: in Tellern, Tonnen – und manchmal in einer einzigen Tasse, die genau dort ist, wo sie gebraucht wird.