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Ein Klassiker neu gedacht - als starkes Zeichen für Teilhabe

Ein Pinsel als Zeichen für Teilhabe

Manchmal braucht ein Klassiker eine Neuauflage, um auch in Zukunft zu zeigen, was in ihm steckt. Genau das passiert jetzt mit dem Hephata-Backpinsel – einem Produkt, das seit Jahren für solides Handwerk, hohe Qualität und echte Teilhabe steht. Zu unserem 125-jährigen Jubiläum in diesem Jahr erscheint der beliebte Küchenhelfer in modernisierter Version – erstmals gefertigt in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) verschiedener Bereiche und Standorte.

Die Fertigung des Backpinsels beginnt lange bevor in der Hephata-Schreinerei in Breitenbach am Herzberg die ersten Späne entstehen. Das Holz wird in einem thüringischen Sägewerk passgenau auf die benötigten Stärken und Qualitäten zugeschnitten. Geliefert wird das Material noch in feuchtem Zustand. In Breitenbach wird es anschließend sorgfältig luftgetrocknet, um optimale Voraussetzungen für die Weiterverarbeitung zu schaffen. 

Aus den getrockneten Holzblöcken werden zuerst Rohstücke geschnitten und anschließend in Form gefräst. Die Feinarbeit übernehmen die Beschäftigten in der Hephata-Schreinerei. Jonas Müller, seit fünf Jahren in der Werkstatt tätig, arbeitet präzise an den Backpinseln – und hilft auch beim Sortieren und Stapeln des Holzes während der Trocknung. Durchschnittlich zwei Klienten sind an der Fertigung der Holzgriffe beteiligt.

Sind die Grundformen gefräst, folgt das Bohren der Öffnungen, in die später die Borsten eingesetzt werden. Danach wird der Griff fein geschliffen, bevor der Pinsel mit einem Laser graviert wird. Die Gravur verleiht dem Pinsel seinen typischen Hephata-Aufdruck – ein moderner Akzent, der die traditionelle Handarbeit ergänzt und die Jubiläums-Edition besonders macht. Die eingravierten Rauten stehen für die Städte und Gemeinden in Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern, in denen Hephata sich für Teilhabe und Inklusion stark macht. Neben Optik und Botschaft hat die Gravur auch eine Funktion – der Pinsel wird dadurch griffiger, bekommt mehr Halt in der Hand.

Von der Schreinerei in Breitenbach geht der Pinsel weiter in die Bürstenmacherei der Hephata-Werkstätten am Lindenplatz in Treysa. Neun der 13 Beschäftigten wirken an der Pinselproduktion mit. Dort werden die Kunststoffborsten eingefädelt – ein Unterschied zu bisherigen Modellen, die Schweineborsten hatten.

„Mit den Kunststoffborsten machen wir das Produkt alltagstauglich und pflegeleicht - und bleiben gleichzeitig dem treu, wofür die Hephata Diakonie steht: Qualität, Weiterentwicklung und Teilhabe.“

Merve Hamel- Arbeitsgruppenleiterin

Die Kunststoffborsten, machen die Jubiläums-Edition zudem vegan, koscher und halal - also universeller für alle Menschen nutzbar. Ein Gedanke aus dem Ansatz des Universal Designs, den Hephata an vielen Stellen verfolgt und wofür Hephata-Einrichtungen schon mit Design Awards ausgezeichnet worden sind.

In der Bürstenmacherei steht vor allem eines im Mittelpunkt: Präzision. Die Borsten müssen exakt in der richtigen Menge eingesetzt werden, damit der Pinsel später zuverlässig funktioniert. Auch die Länge ist entscheidend. Erst wenn alle Borsten sorgfältig fixiert sind, geht es für den Pinsel weiter - nur wenige Räume entfernt in die Papeterie am Lindenplatz. Dort entsteht auch die Verpackung komplett in Handarbeit. Die eigens für die Neuauflage entwickelte Schachtel aus hochwertiger Wellpappe wird ausgestanzt und sorgfältig gefaltet, erläutert Arbeitsgruppenleiter Uwe Wagner. Seit 20 Jahren ist auch Kerstin Todt in der Papeterie tätig und erlebt die Arbeit als bereichernd und sinnstiftend. Gemeinsam mit Vanessa Pamotat übernimmt sie die finale Verpackung des Backpinsels. Zum Set gehört außerdem eine kleine Klappkarte mit Erklärtext in Einfacher Sprache, gefertigt in der Für Uns-Manufaktur Treysa – ebenfalls eine WfbM von Hephata.

Ist der Pinsel mit Karte in der Schachtel verpackt, macht sich der Jubiläums-Edition des Klassikers auf den Weg zu den Kundinnen und Kunden - bereit, in Küchen neue Geschichten zu schreiben Teige, sowie Braten gleichermaßen zu veredeln.

Manchmal genügt ein einziger Moment, damit ein Mensch spürt,  wie wertvoll seine Arbeit ist. Für Jonas Müller, Kerstin Todt und viele andere entstehen diese Momente genau dort, wo unsere Werkstätten Raum geben, Fähigkeiten zu entfalten und Können sichtbar zu machen: in jedem präzise geschliffenen Griff, in jeder sorgfältig eingesetzten Borste, in jeder mit Sorgfalt gefalteten Schachtel. Hier wird deutlich, was entsteht, wenn handwerkliches Geschick auf Engagement und Teilhabe trifft. 

Doch all diese Momente brauchen etwas, das wir allein nicht schaffen: Ihre Unterstützung. Unsere Werkstätten stehen unter Druck. Material wird teurer, Anforderungen steigen, und gleichzeitig wünschen sich unsere Beschäftigten nichts mehr, als weiter dazuzugehören, weiter sinnvolle Arbeit zu leisten, weiter Teil einer Gemeinschaft zu sein, die sie trägt. Sie, unsere treuen Spender, machen diesen Alltag möglich – jeden Tag! Ihre Spende macht den Unterschied - Bitte unterstützen Sie uns – jetzt.