
Systemische Sichtweisen psychischer Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
Den Blick weiten
Psychische Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen lassen sich nicht losgelöst von ihrem Umfeld verstehen. Die Fortbildung vermittelt systemische Perspektiven und ressourcenorientierte Ansätze, um Kinder, Familien und soziale Systeme differenziert in den Blick zu nehmen.
Im medizinischen Kontext gibt es eine Vielzahl von Symptomkatalogen, mit deren Hilfe bestimmte Verhaltensweisen und Gefühlslagen von Kindern und Jugendlichen mit einer Diagnose versehen werden. In psychiatrischen und psychotherapeutischen Arbeitsfeldern sind Diagnosen aufgrund unseres Gesundheitssystems erforderlich, um bestimmte Therapien oder andere hilfreiche Maßnahmen zu initiieren und zu finanzieren. Eine differenzierte Diagnostik ist sinnvoll und ermöglicht Optionen zur Entlastung für das Kind und das System. Im Arbeitsalltag in der Sozialen Arbeit sind Mitarbeitende oft mit sogenannten »schwierigen« Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen konfrontiert und suchen nach passenden Wegen, um mit den Kindern und Familien entlastend und hilfreich umgehen zu können. Dies kann teilweise anstrengend und fordernd sein.
Mitarbeitende in der eigenen Haltung zu stärken und konkrete Handlungsmöglichkeiten zu erweitern, ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Fortbildung. Systemische Theorien betrachten ein Verhalten als das Sichtbarwerden von Konflikten in Kommunikation und Interaktion innerhalb eines Systems (zum Beispiel Familie, Schulklasse, Freundeskreis). Hierbei steht das Kind nicht im Fokus, sondern wird als »Symptomträger« gesehen. Im Fokus stehen vielmehr die Kontexte und die darin wirksamen Wechselwirkungen und Dynamiken. Eine systemische Vorgehensweise geht weniger zuschreibend, sondern vielmehr fragend und hypothesenbildend vor. Den Ressourcen des Kindes und des Systems kommt hier eine besondere Bedeutung zu. Psychische Auffälligkeiten werden in diesem Kontext nicht als kranke, sondern als Reaktionen auf Anforderungen und möglicherweise Überforderungen verstanden.
Inhalte
Folgende Inhalte stehen im Mittelpunkt der Fortbildung:
- Reflexion der Nützlichkeit von Diagnosen
- Einführung in systemische Sichtweisen und eine systemische Grundhaltung
- Methoden für ressourcenorientiertes Arbeiten
- Ideen für die Integration der Denkanstöße in die Alltagspraxis der Teilnehmenden
Zielgruppe
Offenes Angebot, an keine Berufsgruppe gebunden
Leitung
Nicola Schaper
Dipl.-Pädagogin, Systemische Therapeutin (DGSF),
Supervisorin (ifs), Systemischer Elterncoach (IFW),
Psychoonkologin (UKR)
Termin
11.05. & 12.05.2027, 09.00 Uhr -16.30 Uhr
Ort
Hephata Diakonie, Brüderhaus, Elisabeth-Seitz-Straße 16, 34613 Schwalmstadt
Kursnummer
27-AK-02
Anmeldung
Anmeldeschluss ist der 28.04.2027