Festtage 2026: Tag 4 Markt und Peggy March
Herzen und Regenschirme tanzten
Sonne, Regen und ganz viel Festivalstimmung: Zum Abschluss der Hephata-Festtage trotzten Besucher*innen und Künstler*innen den Wetterkapriolen mit guter Laune, Musik und Gemeinschaft. Von Open-Air-Gottesdienst über Festtagsmarkt bis zum Konzert von Peggy March zeigte sich noch einmal, was die Festtage ausmacht: Vielfalt, Teilhabe und Begegnungen, die in Erinnerung bleiben.
T-Shirt und Sonnenbrille, Regenponcho und Regenschirm – zwischen diesen beiden Extremen bewegten sich die Hephata-Jubiläums-Festtage vom 10. bis 13. September. Mit vielen musikalischen Höhepunkten, Kreativ- und Kleinkunstständen, Mitmach- und kulinarischen Angeboten lockte das Festival für Vielfalt und Teilhabe trotz Wetterkapriolen mehrere tausend Menschen auf das Hephata-Stammgelände in Schwalmstadt.
Die ersten drei Tage hatten Sonne, der letzte Tag brachte den Regen. Doch davon ließen sich weder die Künstler*innen noch die Besucher*innen groß beeindrucken. Ja, die Besuchszahlen am Sonntag blieben hinter denen der Abschlusstage der vergangenen Festtage zurück. Doch die Menschen, die kamen, brachten jede Menge gute Laune und Durchhaltevermögen mit.
Open-Air-Gottesdienst
Das zeigte sich bereits beim Open-Air-Gottesdienst am Sonntagmorgen auf dem großen Festplatz an der Hephata-Gärtnerei. Die Stühle waren nass, egal, wie oft sie mit Handtüchern getrocknet wurden. Und trotzdem folgten mehr als 160 Besucher*innen dem Gottesdienst mit Hephata-Pfarrerin Annette Bartsch, Hephata-Vorstand Pfarrer Maik Dietrich-Gibhardt, Hephata-Mitarbeiterin Eva Riedinger, dem Hephata-Posaunenchor und dem Hephata-Gospelchor. Danach wartete der nahegelegene Waffel- oder Würstchenstand, um sich aufzuwärmen.
Zeitgleich startete das Programm mit dem Festtagsmarkt, auf dem Aktionsplatz der Jugend, auf dem Platz der Gemeinschaft und Inklusion, in der Jubiläums-Ausstellung und im Bio-Dorf. „Here comes the sun“, versuchte Singer und Songwriter Maik Garthe einen optimistischen Blick auf den Nachmittag – und hatte Recht: Am frühen Nachmittag klarte der Himmel auf und machte Platz für Begegnung und Unterhaltung open air.
Residance Orchester Kassel und Freddy Albers
Das Residance Orchester Kassel eröffnete am Abschlusstag der Festtage die große Konzertbühne an der Hephata-Gärtnerei mit einer musikalischen Reise in die 1900er bis 1950er Jahre. Von „Veronika der Lenz ist da“, über ein Medley der West Side Story, bis hin zu „Ich bin die fesche Lola“ und dem „Troll Dance“ zeigte das 22-köpfige Orchester unter Leitung von Kai-Michael Schirmer die volle Bandbreite seines Könnens.
Im Anschluss machte Freddy Albers klar Schiff. Er brachte Interpretationen von Freddy Quinn und Hans Albers auf die Bühne, unter anderem „Das Herz von St. Pauli“, „Good bye, Jonny“, „Junge, komm bald wieder“ und „So schön war die Zeit“.
Je länger die Musik spielte, desto mehr Menschen kamen trotz Regens auf den Platz, die meisten in Erwartung des Auftritts von Peggy March.
Peggy March: Lieder mit Tiefgang
Nachdem sie bereits bei der Benefiz-Gala am Freitag kurzfristig für die erkrankte Schlagersängerin Nicki eingesprungen war, bildete ihr geplantes Konzert am Sonntagnachmittag den Abschluss der Festtage. Im strömenden Regen verfolgten rund 250 Fans den Auftritt von Peggy March. Sie hörten Stücke wie „Memories of Heidelberg“, „Mit 17 hat man noch Träume“ und „Hey, das ist Musik für Dich.“ Vor der Bühne tanzten die Regenschirme und Herzen, auf der Bühne tanzte die US-amerikanische Pop- und Schlagersängerin.
Dabei bekam ihr Lied „I will follow him“ noch mal eine besondere Bedeutung: In der ersten Reihe stand auch diesmal Cordula Hamann aus Celle. Die 55-Jährige folgt Peggy March seit mehr als einem Jahrzehnt. So war sie auch kurzfristig am Donnerstag zur Benefiz-Gala angereist, um ihr Idol zu sehen. Der Regen konnte sie am Sonntag von einem erneuten Abstecher nach Schwalmstadt nicht abhalten. „Ich mag Peggy March so, weil ihre Lieder Tiefgang haben und nicht einfach nur zum Mitklatschen sind“ so Cordula Hamann. „Ich habe sie zum ersten Mal am 25. Februar 2016 singen hören und war ab dem ersten Moment ein Fan.“
Damals waren die Schlagerlenden um Michael Holm auf Tour durch Deutschland. Cordula Hamann hörte Peggy March mit dem Titel „Always and forever“ – bis heute ist es ihr absolutes Lieblingslied – und war begeistert. Sie reiste seitdem schon zu vielen ihrer Konzerte, am weitesten bis nach Bangkok und allein sechs Mal in die USA. „Ich wollte ihre Texte verstehen, also habe ich Englisch gelernt. In den USA habe ich durch Peggy March amerikanische Freunde gefunden und auch hier in Deutschland sind mit anderen Fans Freundschaften entstanden.“ Man merke der Sängerin einfach die Freude am Singen an und daran, anderen Menschen eine Freude machen zu wollen. „Das hallt dann noch Tage nach dem Konzert nach.“ In den nächsten drei Wochen reist Cordula Hamann zu Peggy-March-Konzerten nach Österreich und Kroatien. „Sie hat so viel Power in sich. Wenn ich mal mit 60 noch so fit bin, wie sie es jetzt noch ist, bin ich glücklich.“
Verlosung eines Hephata-Pkw-Anhängers
Um Glück ging es auch bei der mit dem Abschlusskonzert einhergehenden Verlosung eines Pkw-Anhängers aus den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM). Zehn Besucher*innen der Hephata-Festtage konnten sich über Eigenprodukte aus der WfbM freuen. Dafür waren am Samstag und Sonntag rund 1.000 Lose verkauft worden, aus denen Gabriel Schmidt, Vorsitzender des Werkstattrates der Sozialen Teilhabe, die Gewinner*innen zog.
Wir gratulieren den Gewinner*innen der Verlosung. Sie werden in den kommenden Tagen benachrichtigt.
1. Preis: Hephata-Pkw-Anhänger: Judith Kurz aus Schwalmstadt.
2. Preis: Gutschein der Abteilung Gärtnerei im Wert von 100 Euro: Veronika Ladislau aus Schwalmstadt.
3. Preis: Gutschein über Bioland-Produkte des Hofgut Richerode im Wert von 75 Euro: Katrin Kreuter aus Wasenberg.
4. Preis: Gutschein der Abteilung Hauswirtschaft im Wert von 50 Euro: Christina Selentschik aus Röllshausen.
5. Preis: Gutschein der Abteilung Besen und Bürsten im Wert von 40 Euro: Monika Wagner aus Kirchheim.
6. Preis: Gutschein der Abteilung Hauswirtschaft im Wert von 40 Euro: Lilia Fritz aus Heidelberg.
7. Preis: Gutschein des Hofgut Richerode im Wert von 25 Euro: Steffan Schröder aus Großropperhausen.
8. Preis: Gutschein der Abteilung Gärtnerei im Wert von 25 Euro: Saskia Fieser aus Treysa.
9. Preis: Gutschein der Abteilung Laserdruck/Papeterie im Wert von 25 Euro: Rainer Jakob aus Mainz.
10. Preis: Gutschein der Abteilung Besen und Bürsten im Wert von 25 Euro: Andreas Schmerer aus Treysa.
Friedliches und fröhliches Fest
Doch abgesehen vom Losglück, waren die Hephata-Festtage auch insgesamt ein Gewinn. Hephata-Vorstand Pfarrer Maik Dietrich-Gibhardt: „Mein Vorstandskollege und ich freuen uns sehr darüber, dass so viele verschiedene Menschen die Festtage in diesem Jubiläumsjahr mit uns gefeiert haben. Wir haben ein friedliches und fröhliches Fest der Vielfalt und Teilhabe erleben dürfen: ein riesengroßes Dankeschön an alle, die dazu auf der Bühne und hinter den Kulissen beigetragen haben! Mehrfach habe ich gehört: ,Toll, was Ihr hier auf die Beine stellt!‘ Die Festtage haben für uns gezeigt, wie gut es allen tut, offen für Vielfalt zu sein und als große Gemeinschaft miteinander zu leben, arbeiten und zu feiern.“ Johannes Fuhr, Hephata-Kommunikationsleiter, bekräftigte: „Wir sind mit dem Verlauf und den Besucherzahlen sehr zufrieden. Vor allem die Konzertabende und die Benefiz-Gala haben viele Menschen auf das Hephata-Stammgelände gelockt und in Verbindung mit unserer Arbeit gebracht.“












