Festtage 2026: Tag 3 Fäaschtbänkler und Markttag
1.800 Besucher*innen bei den Fäaschtbänklern
„Sowas wie Glück kann man nicht haben, nicht erwarten, nicht erarbeiten durch tausend Taten, nein, glücklich muss man einfach sein“. So schallte es am Samstagabend beim Konzert der Fäaschtbänkler durch den Treysaer Nachthimmel. Das Stück „Glück“ der fünf Jungs aus der Schweiz hatte im Publikum viele Anknüpfungspunkte.
Viktoria und Marcel Krug aus Malsfeld schwebten auf Wolke sieben auf das Festgelände an der Hephata-Gärtnerei. Die beiden hatten kurz vorher geheiratet und kamen mit ihrer Hochzeitsgesellschaft zum Konzert. „Wir haben uns heute vor sieben Jahren kennengelernt. Wir sind riesige Fäaschti-Fans“, strahlte Viktoria Krug (28). „Wir haben heute um 11 Uhr geheiratet“, ergänzte Ehemann Marcel (35), „dann haben wir gegessen, jetzt sind wir hier“. Mit zwei Kleinbussen. Die Eltern und Schwiegereltern des Brautpaares trugen es mit Begeisterung: „Wir finden es geil. Wir lieben alle Musik. Vor zwei Jahren habe ich für den Auftritt der Fäaschtbänkler auf den damaligen Festtagen zwei Karten gewonnen. Da kannte ich die Gruppe noch gar nicht. Heute sind wir wieder hier“, sagte Annette Kehr.
„All In auf Greta!“
Hannes Grunwald (9) war auch da. Für seine Zwillingsschwester Greta. In seinen Händen hielt er ein selbst gebasteltes Plakat, auf dem stand: „All In auf Greta!“ Sie ist großer Fan der Fäaschtis gewesen. Greta ist vor zwölf Wochen gestorben. Hannes Plakat zierten bunte Glitzersteine. „Damit es mehr auffällt, Greta hätte das gefallen.“ In der ersten Reihe hielten er und seine Mutter das Plakat und die Erinnerung hoch. Ihr Glück an diesem Abend? Als die Fäaschtbänkler von einem Intermezzo auf der Zwischenbühne zurück auf die große Bühne liefen und Hannes Hand abklatschten.
Ein paar Meter weiter war Björn Schindzielorz (47) glücklich, weil er mit dem Konzertbesuch endlich sein Geburtstagsgeschenk einlösen konnte. Gemeinsam mit Ehefrau Saskia (43) und deren Freundinnen Susanne Marczynski (38) und Katharina Wolf (32) hatte er sich aus Battenberg auf den Weg gemacht. Die Gruppe stand schon um 16:30 Uhr als eine der Ersten vor dem Einlass. „Mir gefällt die Band so gut, weil sie bodenständig ist, traditionell, peppig, fetzig und verrückt“, sagte Björn Schindzielorz. „Unser Ziel ist die erste Reihe.“
Da standen später auch Annika Gerke (43) mit Sohn Jorno (17) und Tochter Jella (8) sowie mit Freundin Christiane Doft (40) und deren Tochter Charlotte (8). Sie waren aus Münchhausen im Landkreis Marburg-Biedenkopf gekommen. „Bei uns läuft immer Blasmusik, wir sind richtige Blasmusikfans“, so Annika Gerke. Sohn Jorno brachte die Fäaschtbänkler ins Spiel. „Mein Sohn steht auf moderne Blasmusik, so haben wir die Gruppe kennengelernt.“
Der Schweizer Erfolgsexport
Und deren Fangemeinde ist mittlerweile groß. Auf dem Hephata-Stammgelände feierten an diesem Abend rund 1.800 Menschen den Auftritt des Schweizer Erfolgsexports. Mit einer Mischung aus Pop, Blasmusik, Elektro, Techno und Oberkrainer-Sound hielten die Fäaschtis das Publikum in Atem. Zu Hits wie „Partyplanet“ und „Helene“ kochte das Konzertareal. Hüpfende, schunkelnde, klatschende und tanzende Menschen überall. Bei „Ehrenwort“ sprühten die Fontänen an der Bühnenkante und bei „Das letzte Alphorn“ wagten sich Band und Publikum auf einen wilden Ritt durch die Musik-Genres. Dabei zeigten sich die Fans absolut textsicher und in Partylaune.
Kölsche Mundart und Lebenslust
Daran hatte sicher auch die Kölner Band „Lupo“ ihren Anteil, die vor den Fäaschtbänklern auf der Bühne gestanden hatte. „Habt Ihr Bock auf einen geilen Abend heute?“ Was für eine Frage? Fast eine Stunde lang brachte die fünfköpfige Formation kölsche Mundart und Lebenslust nach Treysa. „Ich will Dich tanzen sehen“, „Minsche der Stadt“ und „Draumprinz“ durften da genauso wenig fehlen wie „Der schönste Tag in meinem Leben“ und „Flamingo“. Erst nach einer Zugabe ließ das Publikum die Kölner von der Bühne.
Doch neben diesen beiden musikalischen Höhepunkten hatte der dritte Tag der Hephata-Festtage noch viel mehr zu bieten. Denn der Samstag war der erste von zwei Markttagen: Mehr als 100 Verkaufs- und Essensstände, kostenlose Mitmachangebote und Kleinkunst warteten auf die Besucher*innen. Wer mit Kindern unterwegs war, steuerte den Aktionsplatz der Jugend an, mit Sandhaufen zum Buddeln, Ballontieren, Kistenklettern und Kistenrutsche, Baumklettern, Mal- und Bastelaktionen. Wer Hunger hatte, stattete dem Bio-Dorf an der Hephata-Kirche, dem Café 125 oder den Waffel- und Crêpes-Ständen der Jugendhilfe einen Besuch ab. Wer Musik liebt, fand an der Bühne am Aktionsplatz der Jugend sowie an den Musiker*innen im Bio-Dorf gefallen. Und wer auf der Suche nach handgemachten und kreativen Geschenken oder Deko-Artikeln war, fand bestimmt an einem der vielen Stände sein Glück.

















