
Kulturcocktail: Magnus Ernst
„Let it roll“: Musiker Magnus Ernst bringt die Stones zu Hephata
Wer braucht die Beatles, wenn es die Rolling Stones gibt? Natürlich war das eine rein hypothetisch und augenzwinkernd gemeinte Frage an diesem dritten Kultur-Cocktail-Abend im Café 125. Erstmals fand mit Singer-Songwriter Magnus Ernst am 27. August 2026 ein Konzert in der Jubiläums-Event-Location der Hephata Diakonie statt.
Mitgebracht hat der aus Nordhessen stammende Musiker nicht nur die bekannten Songs der Stones, sondern auch jede Menge Geschichten rund um eine Band, die Rockgeschichte geschrieben hat. Ein Abend mit dem Charakter von einem Stones-Stammtisch: gute Musik, unterhaltsame Geschichten und zwischendurch Gelegenheit zum Fachsimpeln über die wohl berühmteste Rockband der Welt.
„Rolling Stones ist was Neues“, sagt Magnus Ernst kurz vor Konzertbeginn selbst. Denn der Singer-Songwriter ist eher für seinen Indie-Rock-Stil bekannt. Der Themenabend sei für ihn aber trotzdem eine spannende Herausforderung gewesen. Aber ganz im Stil des Rock’n’Roll hieß es für ihn bei den Vorbereitungen: „Let it roll“ - also gemäß nicht lange planen, einfach machen und schauen, was passiert, erzählt er. Musikalisch beginnt der Abend bei den Wurzeln der Rolling Stones, die sich zunächst als Blues-Rock-Cover Band einen Namen machten. Mit der Cover-Version zu Chuck Berrys „I Wanna Be Your Driver“ startet der Musiker den Abend, gefolgt von „As Tears Go By!“. Zum Höhepunkt gehörten natürlich auch die Songs „(I Can’t Get No) Satisfaction“ und „Paint It, Black“ bei dem das Publikum auch geschmeidig mit den Füßen mitwippte.
Dabei erzählt Magnus Ernst immer mal Geschichten und Anekdoten hinter den Songs und Alben - immer locker, ungezwungen und mit einem Augenzwinkern: „Der Kenner würde sagen, es ist falsch – aber wir vergessen mal die historischen Genauigkeiten, so ist es einfach die bessere Geschichte“, sagt er mit einem Lachen. Es geht um musikalische Entwicklungen, aber auch um den Lebensstil der Band: um Sex, Skandale, Druck, Razzien und Liebesgeschichten. Und dabei hinterlässt der Musiker seinen eigenen Fingerabdruck. „Wir sind nicht hier nicht, um die Stones zu hören, sondern, um zu sehen und zu hören, wie Magnus die Stones interpretiert. Eine Kunst für sich“, sagte Gast Jürgen Merle aus Frankenberg.
Dass das Konzept aufgeht, zeigte sich spätestens in der Pause. Es wurde weiter über Songs, Musiker und Rockgeschichte gesprochen. Einzelne Besucher tauschten Erinnerungen aus über Konzerte in den 1980er-Jahre, sprachen über einzelne Stücke.
Für Magnus Ernst sei der Abend im Café 125 der Hephata Diakonie nicht nur musikalisch etwas Besonderes. Er schätze Orte, an denen Menschen zusammenkommen, sich wohlfühlen und einfach sie selbst sein können – unabhängig ihrer Herkunft, Orientierung oder Behinderung. Gerade auf dem Land gebe es davon nicht genug. Umso wichtiger sei es, mit Musik einen solchen Ort mitgestalten zu dürfen. „Ich freue mich wahnsinnig wieder hier bei Hephata auftreten zu dürfen.“ Zuletzt stand er 2019 mit seiner Band „Rathmann“ als Vorband von Glasperlenspiel auf der Bühne der Hephata Festtage.
Dass er nun mit den Rolling Stones im Gepäck zurückgekehrt ist, war nicht abzusehen, „aber schließt damit auch einen kleinen Kreis“, sagt er. Wieder gehe es um Musik, um Begegnungen und darum, gemeinsam einen Abend zu erleben – nur diesmal ganz im Zeichen des Rock’n’Roll.






